Von Inseln, vergänglicher Liebe und noch einem Buch

Da bin ich wieder – ja, ich habe mir eine längere Blog-Auszeit genommen. Es war viel los …

Nach 10 Tagen Sommer, Meer und Sonnenschein bin ich wieder im trüben Daheim angekommen, was mich allerdings gar nicht so trübe empfangen hat. Die Auszeit war bitternötig, denn davor habe ich an Schreib-dein-Buch-in-17-Wochen-Programm der Edition Unik teilgenommen. Nur, dass die Aufschieberitis dafür gesorgt hat, dass ich eigentlich erst in Woche 14 angefangen habe, zu schreiben. Wenn man dann noch die Woche 17 abzieht, in der das Buch im Druck ist, war es doch etwas knapp. Aber dank meiner bestehenden Texte und meinem Hyperfokus, wenn’s dann endlich mal losgeht, habe ich das Ding gewuppt und es ist etwas Tolles, nicht-publikumstaugliches rausgekommen (mit immerhin 388 Seiten). Ein Crossover all meiner Schreibideen – inklusive Reflexionen – was mich auf einen neuen Pfad gebracht hat: mich in das Thema Biografiearbeit zu vertiefen. Und hier hat dann ADHS zum dritten Mal zugeschlagen und zu Prokrastination und Hyperfokus hat sich die Impulsivität gesellt und ich habe mich für das nächste Studium angemeldet 😊 Ja, ich habe auch noch andere Hobbys, aber Weiterbildungen stehen auf dieser Liste weiterhin ganz oben (das Hirn will gefüttert werden!).

Aschenputtel mit Meerblick habe ich mein Text-Mix getauft, da eigentlich alles drin ist – vor allem aber Inseln und Inseln, die gar keine sind. Hä?, fragt ihr euch vielleicht gerade. Es würde ausufern, das zu erklären, aber wen es wirklich interessiert, dem erzähle ich gerne mehr davon bei einem Milchkaffee. Koffeinfrei, denn mein Herz rast auch schon ohne. Jedenfalls Entwarnung an alle, die denken, „shit, jetzt muss ich schon wieder Geld für ein Buch von Steffi ausgeben“. Nein – denn das Buch gehört Steffi allein. Viel zu persönlich, um es mit euch zu teilen (sorry). Aber hinter ein paar Vorhänge, kann ich euch dennoch blicken lassen:

Das Gefühl der Einsamkeit verschwand, als ich auf dem Weg mit der Nase am Busfenster klebte, um die Palmen und das Meer zu sehen. Mein Herz machte einen kleinen Salto und ich wusste: Ibiza und ich – das könnte eine Liebesgeschichte werden.

Wer Ja, sehr gerne! gelesen hat, weiss, wovon ich hier spreche (alle anderen: nachholen!). Diese Ibiza-Liebe wurde schon bald zu einer Hassliebe, die mich seit über zwanzig Jahren begleitet. Und jetzt, da ich wieder einmal auf der Insel war, kann ich sagen: Wo ist die Liebe hin?

Wir hatten einen Zwischenstopp von zwölf Stunden, bevor wir mit dem Boot auf die (bessere) Insel gefahren sind. Ich hatte mich auf Ibiza gefreut, hatte das Gefühl von Heimkommen, von Sehnsucht, von Ein-Teil-von-mir-gehört-hierher. Schon im Taxi wandelten sich diese Gefühle in Hier-wurde-ich-oft-enttäuscht, Was-für-ne-Freakshow und Nothing-changed-but-everything-changed. Ibiza und ich – ja das ist eine Liebesgeschichte, aber eine toxische. Sie ist das Gift, das ich immer wieder bereit bin zu trinken … und wovon ich immer wieder vergesse, dass es giftig ist. Nein, Ibiza, wir werden kein Liebescomeback erleben. Ich bin fertig mit dir und habe mich für deine kleine Schwester entschieden. Künftig wirst du mir nur noch ein nerviger Zwischenstopp sein, auch wenn du probierst, mich mit deinen optischen Reizen zu bezirzen.

Zurück aus den Inselferien wartete dann mein druckfrisches Buch auf mich, was mir im Rahmen eines tollen Events unseres Vereins (an dieser Stelle: möchte noch jemand Mitglied werden??) übergeben wurde. Und da erfüllte sich ein Wunsch, den ich die ganzen Ferien verspürt hatte (weil ich gedanklich noch im Buch steckte und anderen bei dem zuschaute, was ich vermisste: Kellnern). Ja, ich durfte endlich mal wieder ein volles Tablett in der Hand halten (und das seit 25 Jahren in der falschen!). Es war grossartig und genau das, was ich vielleicht vier Mal pro Jahr tun sollte, um zu wissen, dass ich es nicht mehr tun möchte. (Herrrrjeeehh heute schreibt sie aber in Rätseln, die Steffi). Gleiches gilt für Pump-Kurse. Vier Mal im Jahr würde ich gerne auf der Bühne stehen, einen Mix aus Pump 70-90 unterrichten, noch-drei! rufen und spüren, wie mir der Schweiss vom Ellbogen auf die Gummimatte tropft. Manche Dinge kann ich einfach nicht loslassen, womöglich, weil ich sie immer lieben werden. Anders aber Ibiza. Ibiza habe ich losgelassen. Sie ist mir ein willkommener Anblick, ich bin aber froh, wenn dieser nicht zu lange andauert.

Mit diesen heute eher poetischen statt sarkastischen Worten, verabschiede ich mich in den Sonntagabend und lasse euch noch einen Insel-Sound hier: Feeling You (Faros)

Bona nit (um es mit den Worten der Sendung-mit-der-Maus zu sagen: das war Katalanisch)!

Eure Steffi

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