Von Wham, Weihnachten und Wartezeiten

Wie mein Flug, kommt auch dieser Blogbeitrag mit einem Tag Verspätung angeflattert. Aber immerhin noch in 2024 und vor dem grossen Vollrausch morgen (für die wilden Partyhengste unter euch). Meine Party wird sich in Grenzen halten: Abschlusstraining, magenfreundliches Essen, Netflixen und voraussichtlicher Tiefschlaf um 21.34 Uhr. All das in Leggings, Schlabberpulli und ungekämmt – so spare ich mir all den Glamour für 2025 auf 😊.

Bevor ich jetzt zum London-Trip komme, verrate ich euch noch, was meine heiss erwartete Lieferung der vergangenen Woche war: ein Home-Office-Laufband. Meine Fitnessuhr hat mir verkündet, dass ich meist keine 5000 Schritte am Tag mache, was wirklich ein Grund ist, mich schämend in der Ecke zu verkriechen. Ich erinnere mich an meine Les-Mills-Ausbildungen, als uns gepredigt wurde: Wir verurteilen den sitzenden Lebensstil! Ja, ich habe das sogar unterschrieben damals (nein, es ist keine Sekte …wobei …man weiss es nicht so genau). Auf alle Fälle wurde uns beigebracht, dass Sitzen das neue Rauchen und somit der direkte Weg ins Verderben ist. Und seit drei Jahren sitze ich den ganzen Tag, da all meine Jobs und auch meine Hobbys am Schreibtisch stattfinden. Also dachte ich mir, ich stelle mir ein Laufband unter den Tisch und tue was für meine Gesundheit. Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich beim Gehen tatsächlich das mit der Maus anklicken kann, was ich anklicken muss (koordinative Herausforderung angenommen) doch es klappt. Walking-Home-Office wird mein Leben retten und obendrein macht es noch gute Laune, denn das Runners-High setzt auch beim Gehen ein (zumindest bei mir). Zirka ab Geh-Minute 30 bin ich richtig happy und dann shake ich im Takt der Musik die Hüften auf dem Laufband. Also Cardiotraining inkl. Endorphin-Dopamin-Serotonin-Cocktail und ich werde noch dafür bezahlt. Das ist so viel Win-win, dass ich gar nicht weiss, wie oft ich hier eigentlich Win schreiben müsste.

So, jetzt aber zu London. Vor 10 Jahren habe ich dort auf dem Weihnachtsmarkt im Winter Wonderland gearbeitet. Jeden Tag stand ich in meiner Holzkiste und habe Christbaumschmuck verkauft und mir dabei alles abgefroren. Es war etwas Besonderes, Teil dieses Weihnachtszaubers zu sein, aber gleichzeitig war es auch einfach mal wieder ein beschissener Job mit üblen Arbeitsbedingungen (keine Heizung, kein Klo, keine Pause) und einem lächerlichen Gehalt. An Heiligabend sass ich in meinem winzigen Zimmerchen und habe mir eine Tiefkühlpizza in den Ofen geschoben (und der Haus-Maus einen Käse vors Loch gelegt). Damals dachte ich mir: Irgendwann komme ich zurück und erlebe ein schönes Weihnachten in London. Und dieses Irgendwann war jetzt. Allerdings war es gar nichts so besonders wie gedacht. Nach einer Stunde hat man die Weihnachtslichter und die Touristenmassen satt, London ist grau und nass (und gefühlt wird es auch am Tag nicht hell) und die Menschen sind gar nicht so in Weihnachtsstimmung, wie ich das vom Weihnachtsmarkt in Erinnerung hatte. Als dann noch unser Rückflug gestrichen und wir auf einen Flieger am nächsten Tag und von einem anderen Flughafen umgebucht wurden, war meine Christmas-Stimmung dahin. Und dann fiel mir ein, dass ich 10 Jahre zuvor auch schon am 27.12. heim wollte und der Flug gecancelt wurde. Genau auf den Tag 10 Jahre später sass ich wieder am Flughafen und wollte nur noch weg. Also ja, das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt – aber man lernt ja dazu und somit weiss ich: keine Grossstadt mehr über Weihnachten.

Natürlich gibt’s trotzdem ein paar Fotos für euch – und auch welche von 2014 in meinem Glas-Stall mit original Schwarzwälder Glaskunst (made in China *hüstel*).

Und durch all das Chaos konnte ich Twixmas gar nicht so richtig geniessen. Ich wollte mir Zeit nehmen für Ideen, Vorsätze, Rückblicke, aber jetzt ist morgen schon der 31.12. und ich bin noch nicht soweit! Ich bräuchte bitte dringend noch einen weiteren Tag in 2024, damit meine Gedanken aufholen können. Aber gut, dann werde ich jetzt einfach mal in meinen alten Blogbeiträgen und Tagebüchern nachlesen, welche Gedanken ich sonst so hatte – sicherlich sind die recyclebar.

Bevor ich euch ins neue Jahr entlasse, noch ein Netflix-Tipp: Schaut euch „Wham! Last Christmas unwrapped“ an. Ich habe das Lied und das Video ja schon vorher geliebt, aber jetzt hat es an Sympathiepunkten nochmal dazugewonnen 😊 Sehr interessante (und emotionale) Doku.

In diesem Sinne: Wir sehen uns 2025 wieder, feiert wild oder schlaft gut und denk daran weniger zu sitzen!

Eure Effi

Song des Abends: „Brown Eyed Girl“ von Van Morrison – Warum? Weil das auf meiner 2014-Playlist ganz oben steht und super zum Laufband-Endorphin-Kick passt.

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