Türchen Nummer 18

18. Dezember
18. Dezember

Schreibkram

Guten Morgen liebe Adventskalender-Freunde. Habt ihr gut geschlafen?

Heute habe ich wieder etwas für euch aus meinem Schreib-Fundus gekramt. Hier haben wir eine Schreibaufgabe, für die folgende Rahmenbedingungen galten (nicht, dass ihr jetzt Alarm schlagt, denkt ich habe Eheprobleme und schon auf dem Weg in die Schweiz seid um mich zu suchen 😉 Wenn das so wäre würde ich sowieso auf Erika nach Spanien oder Neuseeland reiten, wie ihr euch sicherlich denken könnt). Nein, es ist „nur“ eine Kreativitätsaufgabe gewesen, etwas ausserhalb meiner Komfortzone, um ehrlich zu sein, denn selbst hier konnte ich nicht drumherum, meinen Humor mit einfliessen zu lassen. Aber das Leben ist einfach schöner, wenn man trotzdem lacht!

Vorgabe war: max. 250 Worte

Thema: Abschiedsbrief/ Trennung

Wie du vielleicht schon bemerkt hast bin ich weg.

Ich bin nicht los, um uns Abendessen zu kaufen.

Auch nicht schnell auf einen Kaffee mit einer Freundin unterwegs.

Nein, ich bin so richtig weg.

Mit Unterhosen und Zahnbürste.

Ist dir nicht aufgefallen, dass wir seit Jahren sonntagmorgens schweigend am Frühstückstisch sitzen?

Wir hören der Radiosendung zu, egal wie langweilig das Erzählte auch ist.

Nichts kann die Leere zwischen uns füllen.

Wir gehen uns während der Woche aus dem Weg, um uns dann, am Wochenende, an zu schweigen.

Würden wir doch wenigstens streiten.

Stattdessen eine laute Stille in der Luft.

Ich möchte mir die Ohren zuhalten.

Die Augen zusammenkneifen.

Meine Seele will aufschreien, aber ich schweige und reiche dir noch ein Brötchen.

Kein Streit, der das Leben an den Frühstückstisch zurückbringen würde.

Wir sind nicht Katz und Maus, wir sind eher Meerschweinchen und Kanarienvogel.

Jeder sitzt in seinem Käfig und tut so vor sich hin, was er gerne tut oder tun muss.

Ab und zu pfeifst du mir zu laut oder ich nage zu lange an einer Karotte, was dich schlecht schlafen lässt.

Irgendwo sind wir falsch abgebogen.

Schuld an der Verirrung hat keiner, eher haben wir Schuld daran, es nicht bemerkt zu haben.

Es gibt kein Navi für den Weg, den man mit einem anderen geht.

Man wandert so nebeneinander her und redet und lacht und (er)lebt.

Ich (er)lebe schon längst nicht mehr. Du etwa?

Hört einer langsam auf zu wandern, der andere quasselt jedoch munter weiter, so ist es nicht verwunderlich, wenn der Quassler zu spät mitbekommt, dass er seit der letzten Kreuzung alleine unterwegs ist.

Ich bin zurück gegangen zu dieser Kreuzung, aber du warst nicht mehr da.

Ich suche dich.

Ich kann dich nicht wiederfinden, darum gehe ich jetzt weiter.

Aber es ist ok!