Türchen Nummer 13

13. Dezember
13. Dezember

Guten Morgen in die Leserunde. Ich bin ganz happy über all die Quiz-Teilnehmer, die mir ihre Lösungen schon geschickt haben 😀 Tatsächlich hatte sich bei Frage 10 ein kleiner Dreher eingeschlichen – also die 10 ist ein H (das ist der 4. Buchstabe im Wort). Alle, die es zeitlich noch nicht geschafft haben: keine Eile, bis Sonntag 16 Uhr habt ihr noch Zeit. Ich verrate euch was: das Glücks-Einhorn wird nicht nur einmal in den Lostopf greifen 😉 

Flashback – In der Hexenküche

Moin und Happy Birthday an meine liebe Bruja!

Ich schalte noch den passenden Soundtrack an, um mich ein zu grooven: „Superior“ von Gentleman.

Heute hat eine sehr, sehr tolle Frau Geburtstag. Da es eine Frau ist sprechen wir auch nicht übers Alter, dafür aber über das, was ich ihr wünsche:

nämlich nur das Allerbeste, weil sie es verdient hat!

„Ich trage einen Schal mit Leopardenmuster“, war meine WhatsApp-Ankündigung, im Mai 2014, an sie, bevor ich in den Flieger nach Mallorca stieg. „Super, das passt zu meinen Sitzbezügen im Auto,“ lautete ihre Antwort darauf, gefolgt von „ich bin die grosse Blonde zwischen all den spanischen Zwergen, du kannst mich nicht verfehlen“. In zwei Stunden würde mich also, am Flughafen von Palma, meine Vermieterin, die grosse Blonde aus dem Norden (sowohl dem deutschen als auch dem mallorquinischen) abholen.

Nun sind mehr als 4 1/2 Jahre vergangen seit unserem Flughafen-Blind-Date. Es war echte Freundschaft auf den ersten Blick, und ja, wir haben uns sofort erkannt.

Meinen ersten Abend verbrachten wir an meinem künftigen Arbeitsplatz und genossen dort lecker Essen mit Meerblick. Spätestens da war mir klar, warum sie, als wir mittags in den Ort gefahren sind, „Willkommen im fucking place of paradise“, sagte. Ich wollte für immer hier sitzen bleiben, essen, lachen, aufs Meer schauen und mich von den verrückten Kellnern, meinen zukünftigen Kollegen, bedienen lassen. Bezirzten sie einen nicht gerade mit südländischem Charme, dann waren sie am Singen und Tanzen.

Sobald ich „Superior“ von Gentleman höre, sind all meine Gefühle wieder bei meinem ersten Insel-Morgen. Geweckt wurde ich durch Raggae-Musik von der Terrasse gegenüber und einem quiekenden Hund vor meinem Schlafzimmerfenster. Ich streckte den Kopf durch die Gardine und schaute in die verliebten Augen von klein Mary *wuff*.

Hund Mery
Unsere süsse Mary Jane – wer würde nicht schmelzen bei diesem Blick?

Dahinter sah ich schon das blonde Nordlicht durch den Garten tanzen und hörte, durch das Fenster über mir, ein lautes „Buenos dias guapas“. Das war Chiqui, die kleine Argentinierin, unsere dritte im Bunde. Wir hatten das „Beihaus“ gemietet, ich unten, sie oben und gegenüber im grossen Haus, wo auch unsere gemeinsame Küche war, wohnte Manu mit den Hunden Shiva und Mary, die uns liebten, sowie zwei Katzen, die uns nicht beachteten. Seither bin ich Hundemensch 😉 

„Kaffee?“, rief es quer durch den Garten. Keine fünf Minuten später sassen wir drei auf der Terrasse und waren sicherlich noch die Strasse runter, am Strand, zu hören. In Schlafshirts, bunten Shorts, ungekämmt und ungeschminkt, verständigten wir uns im Wechsel auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Chiqui lernte uns Argentinisch, wir ihr Deutsch und die kleine Mary war ganz aus dem Häuschen über all das Leben, was eingekehrt war.

Weil wir, vom ersten Tag an, alles aussprachen, was uns auf der Zunge lag, taufte uns Chiqui: die Brujas con corazon – die Hexen mit Herz.

Keine von uns hatte geahnt, was dieser Sommer 2014 alles mit sich bringen sollte, aber klar war: die Basis dafür hatten wir in kürzester Zeit geschaffen: eine kleine Hexenfamilie.

Ob morgens, mit zerzausten Haaren und kleinen Äuglein oder spät in der Nacht, wenn wir endlich Feierabend hatten, war die Küche unser Treffpunkt. Hier begannen und beendeten wir unsere Sommertage mit Cafe con leche, Nutellabrot, Oliven und Chips. Das Lachen und Fluchen aus unserer Hexenküche hallte durch den ganze Ort.

Chiqui merkte schon vor Beginn der Hochsaison, dass das Pflaster dieses Ortes ein hartes war. Sie rettete ihr zerbrechliches Gemüt und ging. Zurück in der Hexenküche blieben Manu, Mary, Shiva und ich. Wir rockten das Ding bis zum bitteren Ende, welches, passenderweise, auf Halloween fiel. Tatsächlich war das Ende mehr als bitter. Mit dem Kalenderblatt auf November umblättern ging es für mich zurück in die graue Realität. Diese konnte mir aber nichts mehr anhaben. Jetzt war ich schliesslich eine Bruja.

3 Mädels

Das Schicksal hat uns im richtigen Moment zueinander gebracht. Beide waren wir gerade in einem tiefen Loch voller Enttäuschungen und Planlosigkeit. Auch wenn wir den ganzen Sommer „you can’t save me“ von Richie Kotzen (ja der heisst wirklich so) durch den Garten gesungen haben, war es doch genau das, was wir taten. Wir haben uns gegenseitig gerettet.

Trotz der Distanz zwischen uns ist der Draht nie abgebrochen, im Gegenteil. Wir sind die Königinnen der Sprachnachrichten, eigentlich müssten die nach uns benannt werden. Wenn du in 0,3 Sekunden schon am Atmen hören kannst, wie es der anderen gerade geht, ist es egal, wie viele Kilometer dazwischen liegen.

Ohne meine Bruja hätte der Sommer 2014 nicht mal halb so viel Spass gemacht und die schweren Momente hätten mich wahrscheinlich unter sich begraben. Wir sind zu einem Dream-Team zusammengewachsen, das bei so einigen zu Neid und Angst geführt hatte. Wir haben uns in vielen Dingen gegenseitig härter gemacht („steiger dich da jetzt nicht so rein“), und uns dafür in anderen weichgekocht („was, du willst mich freiwillig umarmen?“). 

Skelette auf Bierdosen
Oft unser Motto: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen!

Du bist für mich etwas ganz Wertvolles, liebe Bruja! Nachdem 2018 das erste Jahr war, in dem wir uns nicht sehen konnten, freue ich mich auf unser Wiedersehen 2019, wo auch immer das sein mag! Ich übe schon die Umarmung 😉

Happy Birthday – love you, deine Brujita de la calle (kasche con estrescha!). Ich trinke ein Bier auf dich, du weisst, das dauert jetzt… 😉  

Effi & Manu
Brujas con corazon