Türchen Nummer 8

Erika liest – Folge 2

Manchmal nimmt das Leben eine unvorhergesehene, schreckliche Wendung.

Vielleicht ist es ein Tabuthema, vielleicht möchten viele von uns nichts darüber lesen oder nichts davon hören. Geschweige denn im eigenen Umfeld erleben. Jedoch wird man nicht gefragt, bevor das Schicksal zuschlägt.

Was dann bleibt ist, mit dem Schmerz leben zu lernen. Eine wunderbare, mutige Frau möchte weder sich noch ihren Schmerz verstecken. Nein, sie lässt uns teilhaben. Warum? Damit wir daran erinnert werden, dass jeden ein Schicksalsschlag treffen kann, ob man möchte oder nicht. Ob man vorbereitet ist oder nicht. Ob man es hat kommen sehen oder es einen eiskalt erwischt. Pam Metzeler öffnet ihr Tagebuch für uns und lässt uns in eine Zeit der Aussichtslosigkeit und der tiefen Trauer einer Mutter blicken.

Suizid ist ein schwieriges Thema. Ein Tabuthema. Aber in einer Welt, in der die Menschlichkeit immer mehr verloren geht, in der oft nicht mehr aufeinander geachtet wird, in der man das Leid des anderen gerne ausblendet, in so einer Welt ist es wichtig mit Tabuthemen zu brechen und sich eine Stimme zu verschaffen.

Deshalb heute ein besonderer Lesetipp für euch. Pam hofft, mit diesen offenen Worten, Menschen zu erreichen und anderen dieses Schicksal ersparen zu können.

Ich durfte für Pam und Anna testlesen und was soll ich sagen, ich bin heulend an ihren Worten geklebt. Es ist echt, es ist unverblümt und es ist zeitgemäss.

„Allein in Deutschland sterben jedes Jahr ungefähr 10.000 Menschen durch Suizid – das sind mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, illegale Drogen und Aids zusammen. Konkret bedeutet das: Alle 53 Minuten nimmt sich ein Mensch das Leben. Etwa 150.000 Suizidversuche werden jedes Jahr in Deutschland verübt, obwohl es hierzu keine verlässlichen Studien gibt. Dabei begehen in keinem anderen Lebensabschnitt so viele Menschen Suizidversuche wie vor dem 25. Lebensjahr. Nach Unfällen sind Suizide die zweithäufigste Todesursache in der Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen. Jeden zweiten Tag stirbt in Deutschland ein Jugendlicher durch seine eigene Hand.“ 

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 07.09.2017

Aus der Schweiz:

„Immer mehr Jugendliche sind suizidgefährdet – Die Anzahl ambulanter Notfälle in der Jugendpsychiatrie hat im letzten Jahr stark zugenommen. In vielen Fällen geht es um Suizidgefahr. Auch die stationären Fälle haben zum Beispiel in Zürich einen neuen Höchststand erreicht.“ 

Quelle: SRF.ch vom 12.07.2018
Buchcover Dark Way
Dark Way  
Pam Metzeler & Anna Castronovo

Dark Way

Pam Metzeler und Anna Castronovo

Der 6. Oktober 2016 beginn wie ein ganz normaler Tag, bis Pam Metzeler gegen 13 Uhr eine WhatsApp-Nachricht erhält: „Wie geht’s dir?“ Sie wundert sich, schreibt zurück: „Alles wie immer, warum?“. Dann erfährt sie, dass im Dorf das Gerücht umgeht, ihr Sohn Timo hätte sich vor den Zug gelegt. Zwei Stunden später wird dieser Verdacht zur schrecklichen Gewissheit. Pams Welt bricht zusammen.

[…] Zwischen meiner Handfläche und der Handyhülle sammelt sich Schweiss. Ich muss mich räuspern, damit ich es schaffe, die Worte durch meine trockene Kehle herauszupressen. „Können Sie bitte in der Klasse nachfragen, ob er dort ist? Es ist dringend?[…]

[…] Ich spüre eine Hand auf meinem Unterarm. „Frau Metzeler, ich bin vom Kriseninterventionsteam.“ Diese Fremde soll mich nicht so vertraulich antatschen. Ich schüttle sie ab. […]

[…] Timos Hilfeschreie durch die Blume habe ich nicht verstanden. Warum hat er es mir nicht deutlicher gesagt oder mal geweint, damit ich es hätte merken können? […] Ich hätte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihm zu helfen. […]

Erhältlich ist Dark Way in bekannten Onlineshops oder meldet euch bei mir.