Aber bitte mit Gimmick

Hallo ihr Lieben,

heute gibt’s mal was aus meinem Schreib-Fundus für euch. Den Text habe ich zwischen ein paar alten Dokumenten gefunden und dachte mir, ich pimpe drüber und dann schau‘ ich mal, was ihr dazu meint.  Getreu dem Motto ALlEs & NicHts & DAzWisCheN 😉

Ausserdem habe ich ein wenig am Design geschraubt – hoffe es gefällt euch?

Vorweg: ich habe keine Ahnung ob es konform ist mit dem neuen Datenschutz, dass ich den Name „Yps-Heft“ und den Screenshot unten verwende (sicher stehe ich schon mit einem Bein im Knast). Also solltet ihr lange nichts mehr von mir hören, backt mir bitte einen Kuchen mit Feile (aber nicht aus Schokolade, der Arzt sagt ich werde davon zu hibbelig).

Sind wir Frauen das lebendig gewordene Yps-Heft mit Gimmick? Also wir sind das Heft, nicht das Gimmick, wegen dem man das Heft früher immer kaufte. Ich meine, an das Um-die-Ecke-Blasrohr oder die Trick-Schiebe-Schachtel kann sich sicherlich so mancher auch noch zwanzig Jahre später erinnern, aber weiß noch jemand was in diesem ollen Heftchen stand?

Bei Männern ist es wie bei Kindern, sie wollen (zuerst) die Gimmicks. Sobald das Heft gekauft war wurde die Folie aufgerissen und die Lektüre, also das Eigentliche daran, auf dem Schreibtisch vergessen. Unter alten Pausenbroten, die bereits durch ihre angerissene Alufolie müffelten, Deutschaufsätzen zum Thema „mein schönstes Ferienerlebnis 1989“ und einem Herbarium* (ich bin gerade saumäßig stolz, dass mir dieses Wort nach sicherlich 28-jähriger Nichtnutzung spontan eingefallen ist) wurde das Heftchen ungelesen vergraben. Das Gimmick war die Attraktion. Man baute es zusammen und auseinander, testete aus, was man damit alles tun konnte, zeigte es seinen Freunden und seinen Eltern. War man besonders stolz, rief man noch den Cousin an, um damit anzugeben, dass man es schon ergattert hatte und sicherlich bereits alle Ausgaben vergriffen waren. Ätsch!

Das Highlight, was eigentlich nur ein Zubehör war, stand tagelang ganz hoch im Kurs, wurde überall mit hingeschleppt und keiner durfte es anrühren.

Bis zum Tag X an dem es uninteressant wurde, weil man A) schon alles damit ausprobiert hatte oder B) es Donnerstag in 14 Tagen war, an dem das neue Yps-Heft rauskam mit einem noch besseren Gimmick.

Das Heft lag, weiterhin unbeachtet, auf dem Schreibtisch, bis die Mutter mal wieder hysterisch den Kopf durch die Zimmertür steckte mit der Drohung „räum dein Zimmer auf sonst mache ich es und dann fliegt alles in den Müll“ – ein Klassiker unter den elterlichen Druckmachern, sogar meine Freundin verwendet den heute. Dabei fiel es einem in die Hände und man blättert es nun doch mal durch, denn alles war besser als aufräumen. Eigentlich war es gar nicht so langweilig, was darinstand. Witzig, clever, abwechslungsreich und huuuch, da war sogar beschrieben, was man mit dem Um-die-Ecke-Blasrohr noch so alles anstellen konnte. Hätte man das Heft doch mal eher gelesen denn: „wo, zur Hölle, war nun dieses verdammte um-die-Ecke-Ding hingekommen in diesem Saustall?“.

Also Männer, erinnert euch mal an die Wilden 80er. Auch wenn das Zubehör auf den ersten Blick verlockender und spannender erscheint ist das, was euch am Ende bleibt, selten das Gimmick.

yps

* für alle, die sich nicht daran erinnern können was ein Herbarium ist: ein Schulheft, in das man getrocknete Blätter, Blumen und Kräuter klebte, um sie dann, im Heimat- und Sachkundeunterricht, säuberlich zu beschriften. Ich schätze mein Herbarium liegt, zusammen mit Yps-Heften, in einer Kiste auf Omas Dachboden und wartet darauf mal wieder ausgegraben zu werden.

Kommt gut ins Wochenende, gerne Feedbacks per Mail oder Facebook (sonst müsste ich euch über Datengedönse aufklären, wenn ihr hier, mit eurem Name, etwas hinterlassen wollt). Übrigens habe ich ein neues Schreibgerät, mit Schweizer Tastatur – also solltet ihr denken ich hätte eine (noch grössere) Rechtschreibschwäche (als bisher): nein! Diese Tastatur hat nur kein Eszett mehr (ich musste erstmal Wiki fragen, wie das scharfe S korrekt heisst)  😉

Es Grüsst euch, von einer schicken, weissen, Scharf-S-losen-Tastatur, die Effi 🙂