Doch mal wieder von unterwegs

Da schreibe ich euch gestern noch „das ist kein Reiseblog mehr“ und jetzt sitzen wir im Zug in die Ferien. Haha, hab‘ ich euch verarscht 😉

Erika und Rolf-Simon freuen sich schon auf ein erfrischendes, kühles Weißbier – ich bin ja eher der Radler-Typ, schön süß bitte! Und dann bin ich ja auch noch der Typ Leberkas-Semmel Senf vom Händlmaier. Seit 16 Monaten war ich nicht mehr in meiner Heimat des Herzens. Rosenheim du Perle Bayerns, die DB ist mit mir schon auf dem Weg zu dir. Ja, genau, die DB. Angaben ohne Gewähr. Im Moment haben wir gerade einen Ersatzhalt hinter Freiburg, da Freiburg selbst heute keine Besucher per DB empfangen möchte. Du komm’sch hier ned rein. Mal sehen, wie viele special effects noch auf uns warten.

Dank den Europa-Sparpreisen, und einer kleinen Vorausplanung, reisen wir immerhin 1. Klasse – man muss sich ja wieder mal was gönnen. Ist nur mir aufgefallen, dass die Toiletten hier mehr Bein- und Po-Freiheit haben? Wer also mal plant schwarz zu fahren, ich empfehle euch das 1. Klasse-Klo.

Mein Herz hat ja so einige Orte schon zur Wahl-Heimat auserkoren. Und jede, die es mal war, wird es sicherlich auch immer sein. Und das, obwohl ich das Glück habe und aus einer schönen Heimat komme (ich stimme gedanklich kurz mal das Badnerlied an…“drum grüß‘ ich dich mein Badnerland…“). Oh..da ist der nächste Halt schon Offenburg, wie passend. Wiiiiiiink !!!!

Zum Beispiel habe ich immer Pipi in den Augen, wenn ich die spanische Grenze überquere, oder nur jemand neben mir anfängt Spanisch zu sprechen. Heimatgefühle sind (bestimmt) so enorm wie Muttergefühle. Zu Hause sorgt Auckland More FM für tägliches Neuseeland-Fernweh. Sollte ich dort nochmal aus dem Flieger steigen, küsse ich sicherlich den Teppichboden im Flughafen. Ich kann nur hoffen, dass er täglich gereinigt wird. So habe ich noch einige Nebenheimat-Heimweh-Orte mehr auf meiner Liste, aber der bedeutendste ist sicherlich Rosenheim (ja ihr lieben Bayern, ihr dürft euch jetzt was einbilden, aber nicht übertreiben).

2010 bin ich in München gestrandet, etwas planlos ohne Job und ohne feste Bleibe (erinnert sich noch jemand an den 1. Film von Otto: „kein Job, kein Geld, keine Ahnung wie es weitergehen soll“? – ich war schon immer Otto-Fan, und lebte somit den Otto-Traum) 😉 . Nachdem die Stadt mich irgendwie hasste, ich nehme es dir aber nicht übel München, zog ich aufs Land. Auswahlkriterium Nummer Eins war (wen überrascht es?) das Fitnessstudio 😀 Fast nur aus diesem Grund strandete ich in Rosenheim. Dort hatte ich dann ein paar wunderbare Jahre mit tollen Menschen, coolen Jobs und einem schönen Drumherum. Schaut mal, das war der Ausblick von meinem Schlafzimmerfenster, jeden Morgen wurde mir ein neues Bild an den Himmel gemalt.

Ich hatte eine wunderschöne, große Wohnung, irgendwo im Nirgendwo (on the highway to Zell) zum Schnäppchenpreis. Mit meiner Nachbarin saß ich abends gemütlich im Garten und wir philosophierten über die Welt und das Leben. Sonntags beglückte ich die frühaufstehenden Fitnessfreaks im Nachbarort woraus tolle Freundschaften entstanden und auch sonst war ich ständig auf Achse. Dann kam das Leben dazwischen und es zog mich, im Januar 2014 vom Südosten in den „Mittleren Westen“ auf ein kurzes Gastspiel. Als ich in NRW eincheckte wurde ich auf dem Bürgermeisteramt mit den Worten „Sie verlegen ihren Wohnsitz von Rosenheim hierher? Haben Sie sich das gut überlegt?“ begrüßt. Ich hätte meinen Pass, noch vor dem Zusammentreffen mit dem Wohnsitz-Stempel, wegziehen und diesem Wink des Schicksals folgen sollen, aber da war es schon zu spät. Auch wenn ich, nachdem ich im gleichen Jahr noch auf Mallorca und in England unsicher machte, 2015 wieder zurück kam, inklusive kleiner, gemütlichen Stadtwohnung im Herzen von Rosenheim, es war nicht mehr das Gleiche. Die Welt drehte sich weiter.

Manchmal genügt es schon einen kurzen Augenblick die Augen zu schließen und wenn du sie wieder öffnest ist alles anders. Oder du bist anders. Leider war es so mit uns, du Perle Bayerns. Unsere Liebe hat dieses Trennungsjahr nicht überlebt und du hast mich ziehen lassen. Zurückgeblieben sind Menschen, die ich jeden Tag vermisse, viele davon schaffe ich nicht mal zu treffen in den paar Tagen, sonst wäre es ein Fließband-Urlaub und da hätte keiner Freude daran. Aber jetzt, wo ich die Sparpreise der DB scharf im Auge habe, warte ich keine 16 Monate mehr um die 8,5-stündige Reise, nach St. Louis (auch einer Herzens-Heimat) wäre es etwa gleichlang, allerdings liegt da ein großer Teich daziwschen, auf mich zu nehmen.

Vorbei an Stuttgart (ich winke nach Esslingen zu meiner Kindergartenfreundin) kommen wir der blau-weißen Grenze immer näher. Ich lehne mich jetzt noch etwas zurück, lese ein Buch, über das ich euch Nächstens mal erzähle, und freue mich auf Leberkas und Radler im Biergarten heute Abend.

Wir steuern auf Augsburg zu (wiiiiiink zu Ännnnnaaaaa und den Jungs mit einem flotten „I I follow“ auf den Lippen).

Pfiat eich 🙂 Die Effi

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