Flashback 2010

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Im Flashbacken bin ich super. Sozusagen die Flashback-Meisterin. Vielleicht, weil ich ständig über alte Fotos stolpere nein, ich lebe nicht im Chaos, über irgendwelche Schnipsel, Briefe, Karten, Tagebücher oder angefangene Wor(t)d-Dokumente, worin ich meinen Gedanken freien Lauf ließ, ohne es jemals zum Ende geschafft zu haben. Mein heutiger „Erinnerungsschwelger“ ergibt sich eher aus dem Datum.

Moment, zum besser Flashbacken muss ich noch die richtige Musik in die Ohren stecken: „Will Smith – Miami“ (hi Will) ist der passende Sound und das Wetter spielt auch super mit. Meine Beine brutzeln gerade in der Frühlingssonne vor sich hin. Das könnte vielversprechend werden hier. Ich sollte euch den Blog einfach mal öfter musikalisch untermalen – quasi ein 2-D Erlebnis (für 3-D greift ihr jetzt bitte zu nem Jacky-Cola).

 

Vor 8 Jahren bin ich, recht Last-minute-mäßig, von St. Louis (Missouri/ USA) nach Florida geflogen. Für einen Wochenendtrip. Man gönnt sich ja sonst nichts 😉 Einerseits brannte ich auf eine Kleinkindpause (ich war zwei Monate als Ferien-Babysitterin dort) und außerdem galt es, mit meinen zarten 29, mal wieder etwas zu erleben. Nach einer gefühlten Weltreise, mit zweimal umsteigen (all zu viel habe ich mir dann doch nicht gegönnt) landete ich in Miami, direkt in einer bunten Parade, die durch die Straßen zog. Cool, ohne es zu wissen hatte ich wohl ein super Partywochenende erwischt. Yeah. Ich quetschte mich mit meinem kleinen Wochenendköfferchen durch das bunte Treiben, in Richtung Hotel, und war erfreut über die hohe Männerquote. Schnell einchecken, Gepäck loswerden und mitfeiern, war mein spontaner Plan. Den ursprünglichen, nämlich Miami Ink. einen Besuch abzustatten und dann ab zum Strand, verschob ich auf später.

 

Mein Hotel war mitten im Partyzentrum und beim Blick aus dem Fenster fiel mir auf, dass die Männerquote schon wirklich extreeeem hoch war. Zudem waren fast alle oben ohne oder recht schräg angezogen (oder hatten so gut wie nichts mehr an). Naja, Miami Beach, hier ist alles erlaubt. Kurz frisch gemacht und raus, unter das Zirkusvolk gemischt. Einfach mal Richtung Ocean Drive mittreiben lassen. Hmmm..irgendwas war komisch…….dann tanzte ein schriller Typ an mir vorbei, rief mir irgendwas zu und drückte mir einen angeknitterten Flyer in die Hand. „After Party – Gay Pride Parade Miami Beach 17.4.2010“. Als ich fertig war auf den, mir tanzend überreichten, Papierfetzen zu starren, auf dem natürlich auch wieder nur nackte Männeroberkörper zu sehen waren, kam es mir vor, als wäre ich eben zum zweiten Mal an diesem Tag angekommen. Ich realisierte die Regenbogenplakate, das (zu) viele Pink überall und auch, dass die wenigen Frauen die hier waren vielleicht gar keine Frauen waren. Höm. Aus den ganzen Staaten sind die frisierten, manikürten Jungs angereist um wild und bunt zu feiern… und Effi mittendrin. Immerhin fühlte ich mich absolut sicher, denn an meinem Arsch wollte sich hier bestimmt keiner reiben. Hahaha.

Klar, von allen möglichen Wochenenden im Jahr suchte ich mir das aus, an dem meine Chancen, vielleicht nen „Miamianer“ kennen zu lernen, gleich Null waren 😉 Sorry Papa, das war wieder nix mit „dir nen reichen Schwiegersohn mit Haus, Pool, Gärtner und Gästehaus“ zu angeln. Dann konnte ich jetzt getrost zu Miami Ink. laufen und zuschauen, wie Menschen, die sich das leisten konnten, ein trendiges Tattoo bekamen. Just in dem Moment fing es an zu regnen…. was machte ich hier nur?

 

Tatsächlich hatte ich aber eine kleine Mission. Ich war nicht ohne Grund hier. Einer meiner ältesten Freunde (nein Tanja, so alt wie du ist er nicht, der Titel ÄLTESTE gehört dir alleine) wurde am nächsten Tag 30 und war beruflich hier. Es gibt schlimmere Orte seinen Geburtstag zu feiern, und das noch vom Boss bezahlt zu bekommen würde ich sagen. Die Party stieg abends in einer Open-Air-Hip-Hip-Strand-Bar.

 

Hier mal schnell den Sound wechseln, liebe Lesenden an den Bildschirmen: „Jamie Foxx – Blame it“.

 

So weiter im Text. Ich war schon immer eine kleine Hip-Hop-Tanzmaus und das war die groovigste Nacht überhaupt. Wir trafen uns dort zu einer Uhrzeit, wo ich sonst schon zwei Stunden im Tiefschlaf war. Ich mischte mich unter die Arbeitskollegen, was dazu führte, dass ich ständig ein neues Getränk in die Hand bekam. Super! Bei den Getränkepreisen in Miami hätte es sonst nicht mal bis zum Schwips gereicht. Die Tanzfläche war an einem großen Pool, ich konnte jedes Lied mit-rappen (yeah, motherf…. in da house), zwischendurch tröpfelte es etwas vom Himmel, was eine herrliche Erfrischung war. Keine 300 Meter vor uns ließ der Mond das Meer aufleuchten, Miami South Beach. Und irgendwo da draußen feierten die Oben-Ohne-Jungs vom Mittag, wild und bunt. Mit jedem Schluck, was auch immer, fühlte ich mich mehr wie in einem Ami-Film. Alle zusammen tanzten wir bis es hell wurde, ja, bis es sich anfühlte als würden meine Füße gleich abfallen. Dieser Trip war die beste Spontan-Investition, quasi ne Erinnerung fürs Leben, und das alles für keine 300 Dollar.

Sonntag goss es wie aus Eimern, sodass wir unsere Kater zum Shoppen in eine Mall, im Trockenen, ausführten. Zum Glück war ich so fertig, dass ich es nicht mal schaffte mich in den Ruin zu shoppen.

 

Das war ein kleiner Schwank aus meinem Leben, einfach weil ich jedes Jahr, am 18. April, immer wieder gerne daran zurückdenke. In diesem Sinne: Happy Birthday, alter Freund! Gib mal Bescheid, wo wir deinen 40. feiern, in zwei Jahren, damit ich schon mal vorschlafen kann 😉

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