Goodbye Neuseeland – Goodbye Erika!

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Dienstag, 16. Februar, 11:29 Uhr – tik tok tik tok

Noch 3 Stunden hat mich Neuseeland dann ist dieses Abenteuer zu Ende. Drei Monate und ehrlich gesagt kam es mir vom ersten Tag an vor, als wäre ich schon immer hier gewesen. Ich kann jetzt nicht sagen dass die Zeit geflogen ist, was aber nicht heißt dass es nicht schön war.

Hier sitze ich nun neben meinem schicken neuen Koffer der gerade mal 20 kg wiegt (mal sehen ob ich noch was für 3 kg irgendwo im Airportshop finde 😉 ). Ein letzter Kaffee, ein letzter Muffin und in den Ohren trällert Sweet lovin´ von Sigala auf Radio 91 ZM (auch ganz klar einer meiner Neuseeland-Ohrwürmer). Eben kam Werbung von Les Mills und fast hätte ich mal kurz in meinen Kaffee geheult. Weil ich es vermissen werde überall die Studios zu sehen, die Musik den ganzen Tag im Radio zu hören auf die ich sofort dancen, pumpen oder sonst irgendwelche Verrenkungen machen will, aber auch weil es doch etwas ernüchternd war. Die kochen auch nur mit Wasser im „Vatikan“ und manchmal sogar mit ziemlich schlechtem Wasser 😉 Mal wieder habe ich gelernt dass nicht alles Gold ist was glänzt und dass man sich manche Dinge aus er Nähe und mit eigenen Augen anschauen sollte statt auf die allgemein gängige Meinung zu vertrauen (das habe ich die letzten Monate immer wieder festgestellt).

Mein erster Flug geht nach Bangkok und von da geht es weiter nach Wien, was ja dann auch nur noch ein Katzensprung nach München ist. Ich hoffe ich werde verschont was Schnee und klirrende Kälte angeht denn ich bin jetzt echt verwöhnt worden mit knappen 30 Grad jeden Tag und einer unglaublich hohen Luftfeuchtigkeit. Ich schaffe es auch noch nicht meine Stützstrümpfe an zu ziehen ich glaube ich würde direkt ohnmächtig werden. Aber nachdem ich gestern mal wieder auf weit unter 30 geschätzt wurde brauche ich die ja vielleicht auch gar nicht (hat schon was wenn dir ein 19 jähriger sagt „was du bist 35 – wow da hast du dich aber verdammt gut gehalten“ hahahaha – läuft!

„Meine Les Mills Tanja aus München“ hatte ne Anmerkung zu meinem „Abschlussplädoyer“ und da wollte ich an dieser Stelle nochmal drauf eingehen (da sie gerade auch 3 Monate hier war und das genauso erlebt hat wie ich). Die Freundlichkeit der Kiwis kommt von ihrer Zufriedenheit und ihrer Kunst „einfach glücklich“ zu sein. Denn nur wer glücklich und zufrieden ist kann das natürlich an andere weitergeben. Ich weiß nicht warum bei uns beispielsweise die Busfahrer so einen großen Frust schieben!? Hier sagt JEDER der den Bus verlässt dem Busfahrer „Danke und einen schönen Tag“ und genau das kommt von denen auch zurück bzw. lassen sie einen einfach mal da raus wo gerade keine Haltestelle ist weil man dann weniger gehen muss. Also vielleicht fahre ich nächste Woche mal Bus, steige vorne aus und sage DANKE – nur um zu sehen was passiert. Was bringen mir den die Erkenntnisse und guten Erfahrungen wenn ich sie nicht in mein eigenes Leben mitnehme? Es denken ja sowieso schon so viele dass ich einen an Sträußchen habe dann kommt es darauf auch nichtmehr an.

Aber um nochmal zurück zu kommen auf die Kunst des Glücklichseins. Sie haben es einfach drauf die Kiwis. Das liegt sicher nicht daran dass sie es leicht haben im Alltag. Im Gegenteil würde ich mal sagen. Die Mieten sind hoch, die Stromkosten sind hoch, die Wege weit und die Löhne jetzt nicht so hoch dass das alles einfach zu meistern wäre. Die wenigsten wohnen alleine sondern teilen ihr zu Hause (weil es für einen alleine kaum machbar ist). Aber keiner motzt rum oder schreibt von morgens bis abends in den sozialen Netzwerken wie scheiße das Leben, die Regierung, das Land, das Schicksal…..ist. Ich glaube hier haben sie einfach verstanden dass jeder für sein Glück selbst verantwortlich ist und dass es dir nicht besser geht wenn du jemand anderem die Schuld deines Unglücks versuchst unter zu schieben. Denn glücklicher wirst du davon nicht.

 

Dann möchte ich noch etwas anmerken was ich gelernt habe: das Handy. Ich weiß, wer mich kennt weiß dass ich es auch immer in der Nähe und leider auch viel zu oft in der Hand habe. Bei den Asiaten hier ist mir mal aufgefallen wie schrecklich das aussieht wenn man mit dem Teil verwachsen ist. Es nimmt einem die Chance auf reale Kontakte und auch die Chance mitzubekommen was denn gerade um einen herum passiert. Wie kann denn ein Mensch der gerade nicht da ist sondern einem schreibt wichtiger sein als der Mensch, der sich gerade Zeit für einen nimmt und mit einem am Tisch sitzt? Sehr erschreckend fand ich es im Fitnesskurs als während den Übungen fleißig SMS geschrieben wurden. Das geht gar nicht und ist außerdem sehr respektlos dem gegenüber der da vorne den Clown für alle macht. Ich verstehe auch nicht warum man auf der Trainingsfläche telefonieren oder Filme schauen muss – Leute was ist denn da los? Und vor allem: wozu?

Passend zum Thema hat das hier heute meinen Weg gekreuzt:

„Verschwende deine Zeit nicht mit den falschen Menschen, die dich nur unglücklich machen. Wenn dich jemand in seinem Leben haben will, wird er dir freiwillig einen bestimmten Platz dort geben. Verschwende niemals deine Zeit mit einer Person, die dich nicht beachtet. Lerne die Menschen zu schätzen, die dich nicht in deinen guten Zeiten begleiten, sondern die es vor allen Dingen in schlechten taten“ (unbekannter Verfasser).

Also, wenn ich das nächste Mal mit euch beim Kaffee sitze und ich packe, weil natürlich auch ich es nicht besser mache, das Handy aus dann dürft ihr mich gerne darauf hinweisen!

So nun bin ich schon hinter der Sicherheitskontrolle, habe mich doch noch in meine heißen Strümpfe gepresst und bin startklar. Tim Tam als Notfall-Nervenfutter im Gepäck, das Nackenkissen hängt am Rucksack und immerhin für den 1. Flug konnten ich mir einen Platz am Gang sichern. Es kann also losgehen.

Liebe Liebenden zu Hause, ich freue mich auf Euch und bin froh dass ich diese Reise mit mir geteilt habt. Vielleicht melde ich mich nochmal aus Bangkok, ansonsten dann aus Bayern 😉

Bis bald – Eure Erika & Effi

Bangkok, 23:30 Uhr (wo ist mein 3-Wettertaft?!)

Tja das Hochladen hat am Airport in Auckland leider nicht geklappt also teste ich mal Bangkok 😉 Erika ist mittlerweile schon auf dem Weg nach Indien!!! Im Flieger saß eine, etwas traurige, Frau neben mir aus Indien (ich habe gerade echt nen Indermagnet). Sie erzählte mir dass sie seit Jahren in Wellington (Neuseeland) wohnt und jetzt nach Hause fliegt. Ich fragte ob sie Urlaub macht aber nein, sie heiratet. Und das nicht so wirklich freiwillig. Ups. Sie meinte dass ihre Eltern das schon lange wollten aber sie immer drum rum gekommen ist. Jetzt sei sie aber 32 und „da wird sowieso nichts gescheites mehr kommen“ (es ist doch überall auf der Welt das Gleiche). Sie hat den ganzen Flug nur geschlafen und war echt etwas neben der Spur und da dachte ich mir, nachdem ich so nette indische Bekanntschaften gemacht habe mit denen ich tolle Gespräche geführt habe, warum nicht meine Erika weiterreisen lassen als „Trauzeugin“. Mal sehen ob ich bald ein Foto von ihr im indischen Gewand bekomme.

Übrigens ist das Bangkok-Publikum schlimmer als Malle-Reisende 😝

So, das waren nochmal jede Menge Gedanken zum Abreisetag. Gleich erwarten mich knapp 13 weitere Stunden Flug (eingequetscht auf nem Mittelplatz, ja herrlich).

Liebe Grüße und beim nächsten Mal bin ich schon in Europa!

Ein Gedanke zu “Goodbye Neuseeland – Goodbye Erika!

  1. Ha. Nun klappt kommentieren doch :-).
    Eine meiner Mitreisenden hat mir einen netten Spruch gesagt und bestätigt nur deine Worte: Der Mensch der gerade vor dir steht ist der Wichtigste.
    In diesem Sinne…Handy aus und guten Heimflug 🙂

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