Auckland i love you!

So ich melde mich nun live vom Neuseeland-Endspurt aus Auckland (ich weiß, ich habe mir mal wieder extrem viel Zeit gelassen für ein Update – Schande über mein Haupt).

Erstmal eine ganz wichtige Erkenntnis dieser Reise: was JEDEM gefällt, gefällt MIR in der Regel nicht.

So auch mal wieder mit Raglan. Wirklich jeder den ich hier getroffen habe hat mir erzählt wie super das ist und dass ich da auf alle Fälle hin muss (und nie wieder weg will). Also habe ich mir für die letzte Woche dort schon ein Hostel gebucht, aber dachte mir „na das schauste dir doch mal besser vorher an denn der Weg dorthin, ohne Auto, ist schon jetzt kompliziert“. Wie clever von mir. Ich komme dort an und hatte für die eine Nacht eine interessante Unterkunft in Nirgendwo. Der Ort selbst….gähn. Also da wäre ich lieber in Whitianga geblieben. Vielleicht lag es auch daran dass ich von Coromandel kam und von den wunderschönen Stränden dort verwöhnt war aber Raglan hat mich überhaupt nicht gepackt. Außerdem ist es dort ohne Auto ein endloser Fußmarsch zum Strand und ich wollte ja keine Wanderwoche einlegen. Also spontan wie ich bin habe ich das Hostel direkt wieder gecancelt. Aber ich hatte einen echt netten Abend dort mit ganz lieben (deutschen) Backpackern und das tat auch mal wieder gut so in der Runde zu lachen.

Am Donnerstagmorgen ging es dann nach Auckland. Das letzte Stück von meinem Roadtrip und die Freude auf das Les Mills Filming stieg. Am Flughafen das Auto abgegeben mit knapp 1800 geschafften Kilometern auf der „falschen“ Straßenseite und dann direkt in die Stadt, einchecken in „meinem“ Hostel (das hat sich angefühlt wie Heimkommen) und dann direkt zum Gym die Tickets abholen. Dort überkam mich dann echt der Flash und mir wurde klar „du machst da morgen tatsächlich mit“. Mein Herz hüpfte im Dreieck.

 

 

Also hier mal eine kurze Aufklärung wovon ich eigentlich spreche (das wissen ja eher die Wenigsten von euch): Les Mills ist das weltweit größte Gruppenfitnesskonzept und hat seinen Ursprung in Neuseeland. 2006 wurde ich damit infiziert (was tatsächlich mein Leben komplett veränderte) und ab 2011 habe ich Ausbildungen zum Trainer gemacht und das dann in Bayern fleißig unterrichtet. Mit meinem Weggehen nach Spanien 2014 kam leider der Cut. Manche nennen es eine Sekte (was es natürlich nicht ist) oder eine Freakshow (naja Freaks sind wir tatsächlich denn an guten Tagen ziehen wir mal locker 6 Stunden Vollgassport am Stück durch). Hier einfach mal ein Link um euch eine Vorstellung zu verschaffen (und wenn jemand mal mitmachen will dann meldet euch bei mir und ich sage euch die beste Adresse bei euch in der Nähe und garantiere euch Glücksmomente, Schweiß und Resultate). Auf jeden Fall bekommen die Trainer alle 3 Monate die neue Choreografie als DVD und diese DVD´s werden (überwiegen) in Auckland im Les Mills Studio Number One gedreht mit den Programmdirektoren und Gasttrainern aus der ganzen Welt. Das ist, für Instruktoren, ein mega Event und ein „Lebenstraum“ da einmal dabei zu sein.

 

Soviel zur Erklärung. Da ich ja etwas raus bin war es für mich als nettes „Extra“ geplant, wenn ich schon mal da bin. Aber als ich dann am Freitagmorgen dort ankam, überall wuselten die Freaks in ihren Les Mills Klamotten rum und hatten diese glänzenden Augen, hatte mich das Fieber wieder gepackt. Ich lernte gleich Ellen aus den USA kennen und wir beschlossen, da wir beide etwas verloren und orientierungslos waren, uns den Tag nichtmehr von der Seite zu weichen. Ich ging die Treppe hoch zum Studio One wo gerade das Pump-Filming lief (Leute DAS ist mein Baby, die Mutter all meiner Kursliebe und durch Pump habe ich tatsächlich ein Teil der wichtigsten Menschen in meinem Leben kennen gelernt….Susi, Conny, Jenny, Chrissi, Matze…..wie hätte ich Bayern ohne euch überlebt?!) Ich höre die Stimme von Glen (Susiiiiiiiii!), das Pump-Urgestein, und in dem Moment setzte mal eben mein Herz kurz aus und ich realisierte wo ich da eigentlich gerade war (für Katholiken wird das wohl einem Besuch im Vatikan gleichkommen) 😉

Ich will euch hier gar nicht lange vollquatschen und mache es kurz: der Tag war unglaublich. Das Filming von Sh`bam (Shbäääääääääääääääm) hat mich vom Hocker gehauen und neben Ellen habe ich noch 3 Mädels aus Deutschland kennengelernt mit denen ich die kommende Woche dann auch einige Stunden besucht habe (und es ist immer schöner gemeinsam zu „turnen“). Das Studio hat keine Klimaanlage und es war tatsächlich Hochsommer an dem Wochenende. Ich dachte mir fliegt der Kopf weg mit 200 (oder mehr) Leuten wild durch die Gegend zu hüpfen bis zum Anschlag. Aber es war es wert.

 

Tja und dann beschloss ich aus dem „Urlaub am Meer“ einen „Urlaub in der Stadt“ zu machen. Ich cancelte was noch gebucht war, suchte mir hier eine Unterkunft für zwei Wochen (mal wieder unfassbares Glück denn die Universität hat bis 14.2. geschlossen und vermietet das Studentenwohnheim, was für mich hieß: Einzelzimmer für 16 € pro Nacht inkl. Frühstück – irrrrrrrre!) und besorgte mir „Auckland- what`s on“ um die ganzen Sommerevents zu checken.

Ab dann bestand mein Tagesablauf aus Sport im Les Mills Studio mit all den „bekannten“ Instruktoren, Busfahrten zu den Stränden außerhalb der Stadt, lecker Essen(gehen), Kaffee in der Sonne, bisschen Shopping, Open Air Kino….. Urlaub eben. Kein Backpacker mehr sein. Nicht jeden Cent umdrehen (Augen zu und Kreditkarte durchziehen) und einfach mal den „Summer in the City“ erLEBEN. Ich habe sogar meine Mädels vom Lake Tekapo nochmal getroffen bevor es für sie weiter ging nach Rio 😀

 

Ach ein kleines, emotionales Highlight muss ich hier einfach noch erwähnen, dann halte ich die Klappe was den Sport betrifft: ich war zur Jamstunde (das ist „Tanzen“) beim „großen Meister“ (dem Macher von Jam) persönlich. Die Stunde war der Hammer. 150-200 grölende und tanzende Menschen und ich mitten drin (na ja ich war eher brav in der letzten Reihe eingereiht da ich mir da bessere Überlebenschancen ausrechnete bei dieser irren Luftfeuchtigkeit). Er hatte jede Menge Sportkram mit, den er verschenken wollte und warf immer wieder mal was von der Bühne runter. Nach der ersten Hälfte vom Kurs wollte er dann mal eben alles loswerden und am Ende blieb eine große Tasche. Er sprang von der Bühne und bahnte sich einen Weg nach hinten. Direkt schnurstracks auf mich zu. Schaute mir grinsend in die Augen, überreichte mir die Tasche feierlich als wäre es der heilige Gral und sagte „this girls dances amazing“ worauf die Anderen applaudierten. Ich nahm die Tasche und fühlte mich wie Aschenputteln, wie ich da in meiner letzten Reihe stand und nicht fassen konnte was er da gerade gesagt hatte. Mein Herz setzte dieses Mal für mehr als nur einen Schlag aus 😉

 

So meine Lieben ich packe jetzt meine Strandtasche und mache mich auf den Weg zum Bus denn ich habe viel vor heute 😉 Ihr bekommt auf alle Fälle nochmal einen Bericht über die letzten Tage hier und dann noch was Anderes (das ist in Arbeit) 🙂

 

Herzliche Grüße vom anderen Ende, genießt das Leben (denn wie wir die Tage leider wieder sehen mussten kann es schneller vorbei sein als man denkt) und seid gut zu Euch und zu Anderen! ❤

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