Ein (fast) perfekter Tag…

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Ein letztes „Guten Abend“ aus Dunedin!

Bevor es morgen schon wieder weiter geht (zurück) nach Queenstown (ich hoffe die Straße ist gerade dorthin) melde ich mich nochmal kurz zu Wort bei euch. Ihr merkt schon, die Abstände meines Schreibens werden kürzer, das liegt zum einen daran dass ich noch ein paar MB Internetguthaben hier im Hostel übrig habe und zum Anderen, dass ich etwas vereinsame unter den Kids die noch übrig sind hier.

Meine Bettnachbarin Emma aus England ist leider gestern schon weitergezogen. Davor waren wir aber noch zusammen im Museum, haben uns ausgestopfte Tiere und den Sternenhimmel (der ja auf dieser Seite der Erde etwas anders ausschaut als zu Hause) im Planetarium angesehen und waren dort im Museums-Regenwald (bei 35 Grad) wo jede Menge Schmetterlinge auf uns gelandet sind. Superschön!  Dann hat sie mich zurückgelassen mit meinen chinesischen Zimmerkollegen und dem kleinen Deutschen der einfach nicht sprechen will (der steckt noch etwas in der Pubertät wie mir scheint – auf alle Fälle ist er dauerübellaunig und ich wette die Eltern haben ihm diese Reise gezahlt um mal ein Jahr ihre Ruhe zu haben). Immerhin habe ich bei einem langen Gespräch, mit original grünem Tee aus China (der echt lecker war) ein paar interessante Dinge gelernt. Zum Beispiel, dass aus der Ein-Kind-Politik die Zwei-Kind-Politik wurde. Ich habe ihn dann gefragt was passiert wenn man in China tatsächlich ein 3. Kind bekommt. Man muss eine hohe Strafe zahlen. Das ist schon praktisch wenn man jemanden einfach mal über sein Land und seine Kultur löchern kann. Er hat mir auch erzählt dass man eben nur heiraten kann, wenn die Familien sich auch mögen (musste sofort an Romeo und Julia denken). Für uns, 2016, eine echt unvorstellbare Sache oder?!

Für heute hatte ich mir bei bookme (meine Schnäppchenseite für Veranstaltungen und Essen jeglicher Art in ganz Neuseeland) eine 90 minütige Hot Yoga Class gebucht. Also brav heute morgen 8 Uhr aufgestanden (lebe gerade in einem Langschläferzimmer) und in der City das Studio ausfindig gemacht. Ich wusste ja nicht so recht was da auf mich zukommen würde, aber so ein bisschen Yoga geht ja immer….dachte ich mir. Wenn das dann aber in einem recht dunklen Raum stattfindet der auf über 32 Grad hochgeheizt wird schaut das mal schnell ganz anders aus. Leute! Ich habe noch nie so geschwitz. Ich liebe ja eher Vollgassport. Schneller, höher, weiter (lauter) – Les Mills eben. Yoga ist ja mehr was entspannendes wo mein Blut nicht so sehr in Wallung kommt wie ich das gerne hätte. Bis heute. Bis zu den 32 Grad. Mein lieber Herr Gesangverein (um es auf gut Odelshofnerisch zu sagen!) – nach den ersten 30 Minuten (gefühlte 50 Sonnengrüße in alle Richtungen..und das in nem Raum ohne Sonnenlicht) war meine Yogamatte schon zum Auswringen bereit. Mein Herz hämmerte als würde ich gerade wild über den Step hüpfen. Zum Glück war da keine Uhr im Raum sonst hätte ich, beim Gedanken an den 90 Minuten-Kurs, aufgegeben. Da es, bis auf die Stimme der Trainerin, totenstill war hörte man nur überall den Schweiß auf die Matten tropfen (um es noch etwas eckliger zu machen: hier haben ALLE Räume die mit Sport zu tun haben Teppichboden – unerklärlich für mich, wenn es jemand erklären kann bitte eine Email an mich: s.effi@gmx.de). Ich glaube ab der 60. Minute war selbst das Sitzen anstrengender als 30 Liegestütz aber natürlich (go hard or go home) habe ich es tapfer durchgezogen. Vielleicht etwas im Delirium aber ich habe überlebt. Bei der Entspannung habe ich nur noch gespürt wie sich ein Bach aus Schweiß aus meinen Haaren in mein Ohr durchgearbeitet hat 😀 Aber geil! Also wenn ihr nicht gerade Kreislaufprobleme habt solltet ihr das echt testen! Danach fühlt man sich auf alle Fälle tiefengereinigt und durch die Hitze (weshalb man es ja auch macht) ist man unheimlich beweglich. Wenn ihr es macht (macht es!!) legt euch eine Rettungsbanane neben die 1.5 Liter Wasserflasche dann kann nichts schiefgehen 😉 So das war jetzt ausführlich aber dieses Erlebnis musste ich einfach mit jemandem (in dem Fall mit allen) teilen.

Da ich den 3. Tag in Folge super Wetter hatte (Zitat aller denen ich erzählt habe dass ich nach Dunedin fahre: da ist es kalt und fast immer schlechtes Wetter) bummelte ich den Rest des Mittags durch die Stadt und stand auf einmal vor dem Les Mills Studio (ist an mir vorbeigegangen dass es hier eins gibt). Kurz rein, Plan gecheckt, Preis verhandelt und beschlossen: der Tag endet mit noch mehr Sport 🙂  Gesagt, getan stand ich um 17:45 im Raum (auf Teppichboden..klar) mit etwa 60 anderen und vor uns auf der Bühne zwei coole Typen (die definitiv nen Clown gefrühstückt hatten heute). Musik bis zum Anschlag (wie ich es eben mag) und eine richtig gute Stimmung. Ich war so happy, dass ich eine Stunde lang nur gegrinst und mitgesungen habe (mich kennt hier zum Glück ja keiner). Spätestens jetzt freue ich mich dann doch total auf das Filming Ende Januar in Auckland. Es rückt näher 😀

Was es zum (fast) perfekten Tag gemacht hat? Aufwachen und Sport, der Körper und Seele glücklich macht. Danach, mit diesem guten Gefühl einen leckeren Kaffee in der Sonne trinken und sich einen noch leckereren Blueberry-Muffin gönnen. Sich treiben lassen durch fremde Straßen ohne Zeitdruck, Sightseeingdruck oder andere Einflüsse. Dann richtig auspowern bis zum Kraftlimit mit Musik, Spaß und dem Gefühlt „wow ich stehe jetzt echt in Neuseeland in einem Les Mills Studio“. Zurück ins Hostel und lecker (und gesund) gekocht und dann den Abend gemütlich ausklingen lassen….. und jetzt kommt das FAST vom fast perfekten Tag: es mit Niemandem teilen können. Das nimmt leider ganz viel Freude an der Sache. Mit einer Freundin an meiner Seite wäre das doch alles schöner gewesen. Lachend, lästernd, anfeuernd….all das eben was zu Zweit mehr Spaß macht bzw. was man überhaupt nur zu Zweit macht. Ich habe kein Problem damit alleine unterwegs zu sein (das bin ich ja eigentlich immer) aber bei der Reise fällt es mir dann doch auf dass geteilte Freude eben doch doppelte Freude ist. Man ist zwar nie wirklich alleine bei so einer Reise aber irgendwie eben doch. Fast jeden Tag muss ich mich von jemandem verabschieden den ich nett finde und gerne näher kennengelernt hätte. Noch öfter wie ich meinen Rucksack packe muss ich mich vorstellen oder eben schon wieder verabschieden. Erinnert mich ja ein wenig an mein „normales“ Leben….mehr dazu vielleicht ein anderes Mal.

Morgen gehts erstmal an einen bekannten Ort (jipppi) zu bekannten Gesichtern (noch mehr jippppiiii) mit denen ich auf alle Fälle was zum Lachen haben werden. Und ich sehe Emma wieder die ich wohl doch entführen und nach Deutschland schmuggeln muss um einen Gefährten an meiner Seite zu haben 🙂

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In diesem Sinne mal gute Nacht von ganz weit weg…. eure Effi 😉

…kleiner Nachtrag gegen Verwirrungen: es gibt Emma die Engländerin und Emma den Hund…genauso wie es Tina meine Teilzeit-Reisebegleitung gibt und (Chris)Tina die ‚Mama‘ von Emma. Ich werde künftig für mehr Abwechslung bei den Namen sorgen um es euch leichter zu machen. Sorry an alle Emmas und Tinas die ich jetzt nichtmehr kennenlernen kann, aber das wäre zu kompliziert 😉

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