Happy new…..

Ich bin mal wieder etwas verspätet aber es kommt von Herzen: Ein gesundes und glückliches neues Jahr ihr Lieben !!!

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Mein letzter Tag in Arrowtown war der 27.12. und den verbrachte ich auf dem Weihnachtsmarkt (was hier etwas anders ausschaut als zu Hause in Deutschland). Tina und ich haben fleißig ab 2 Uhr nachts gebacken um dann in einer Tour den Tag über zu verkaufen. Erwähnte ich dass ich Arrowtown wirklich gerne einpacken und mitnehmen würde – ich liebe dieses Städtchen!

Abends blickte ich dann meiner ersten Challenge ins Gesicht (Doppelchallenge sogar): Busfahren (bei den vielen Kurven und Abgründen ist das hier leider garnicht mein Ding) und (noch schlimmer als die Abgründe) kein Klo an Bord (für 9 Stunden Fahrt). Die wollen mich ja wohl verarschen. Ganze 3 Pinkelpausen hat er uns immerhin eingeplant (oléolé). Dank der nächtlichen Backstunde war ich zum Glück so fertig dass ich einfach ins Schlafkoma fiel. Problem erledigt!

Am 28. Dezember kam ich dann morgens, etwas zerknittert, in Christchurch an. Da ich Städte ja nicht so spannend finde war meine erste Frage im Hostel: gibt es einen Bus zum Strand? Jippppii Jackpot! Wie ich das sehe ist Christchurch die Stadt in Neuseeland mit dem besten Nahverkehrsangebot. Ich hätte am liebsten auf dem topmodernen Busbahnhof übernachtet (statt in meinem etwas merkwürdigen Hostel das von einer Katze geleitet wird…mit ihren zwei alten Herrchen….fragt nicht!). Der Beach war die Entschädigung für die Busfahrt denn es war DER Surferstrand von Christchurch 😀 Hallihallo!

Mittags habe ich den bequemsten Weg der Stadtbesichtigung gewählt, die Tram. War ne nette Fahrt durch ein (wegen des großen Erdbebens 2011) weniger nettes Örtchen. Glücklicherweise ging am nächsten Morgen gleich der Bus (nur 3 Stunden) weiter nach Kaikoura.

Ich war schon beim Blick aus dem Busfenster verliebt und hätte mir zumindest zwei Nächte dort gewünscht aber ich musste ja zu Silvester schon in Nelson sein also blieben mir in Kaikoura quasi nur 22 Stunden die ich voll nutze und den Strand abwanderte. Allerdings ist hier fast nur steiniger Strand (der einzige, leider fette, Minuspunkt). Jetzt lauft mal mit Flip Flops auf dicken Kieselsteinen – autsch! (und dazu schaut es auch noch total bekloppt aus). Surfer gab es leider keine im Wasser und auch Delfine etc haben sich nicht blicken lassen (haben wohl alle frei zwischen den Jahren).

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Also konnte ich am 30.12. dann beruhigt weiterfahren nach Nelson. An der Haltestelle lernte ich gleich noch ne deutsche Backpackerin kennen (ok das ist hier tatsächlich um einiges leichter als Delfine zu sehen) und die Busfahrt quatschte ich mich mit ner indischen Studentin fest, die in Auckland lebt. Zum Glück denn das lenkte mich doch schwer von meiner wachsenden Übelkeit ab. Oh jeh die neuseeländischen Straßen und ich stehen wirklich unter keinem guten gemeinsamen Stern. Beim Buswechsel in der Halbzeit warf ich mir eine Reisetablette ein, die mich ab dem Hinsitzen komplett ausknockte! Besser so denn wenn ich als mal kurz die Augen auf machte war da ein tiefer Abgrund zu unserer Linken, ein wankender Bus und um mich rum nervöse Blicke. In diesem Fall doch mal Danke an die Macht der legalen Drogen 😉 Leider war ich aber auch noch drei Stunden nach der Ankunft im Delirium aber gut, man muss Prioritäten setzen.

Nelson ist eine süße, nicht all zu kleine Stadt. Hier wartete schon Tina, meine erste Bekanntschaft aus Auckland, auf mich. Jipppiii ein vertrautes Gesicht! Gebucht hatten wir ein Viererzimmer, bekommen haben wir ein Dreierzimmer und tatsächlich waren wir darin 4 Nächte zu zweit! Manchmal gewinnt man eben auch im Leben.

Den letzten Tag des Jahres sollte man da verbringen wo man am glücklichsten ist. Also auf zum Strand 😀  Zu dritt (eine Hostelbekanntschaft von Tina aus Wellington) haben wir uns ein Auto gemietet (da es nicht gereinigt war mussten wir nur einen statt zwei Tage bezahlen…ja…manchmal gewinnt man…ich glaube wir hatten einen Lauf) um an die Golden Bay zu fahren. Unterwegs haben wir noch zwei Backpackerinnen eingesammelt (natürlich Deutsche) die mit Bergen von Gepäck im Nirgendwo standen. Da wir nen 7-Sitzer bekommen hatten war reichlich Platz. Die beiden Mädels hatten bis vor 3 Tagen noch ein eigenes Auto (hier gekauft, was wohl jeder macht der länger als 3 Monate bleibt) und sind mit Motoschaden gestrandet. Ufffz, das wünscht man sich auch nicht.

Nachdem wir sie dann bei ihrem Hostel abgeliefert hatten ging es hoch in den Norden an den angeblich schönsten Strand des Landes, Wharariki Beach, und zum Cape Farewell. Superschön dort, seht selbst:

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Wir hatten echt nen supercoolen letzten Tag des Jahres. Der Silvesterabend war leider weniger spannend. Auf den Straßen ist ja Alkohol verboten (außer hinter Abgrenzungen von Bars) also stellten wir uns an den Kaffeestand 😉 Bisschen Musik in der Innenstadt, kurzes Feuerwerk (3 mal hat`s Bum gemacht) und das war es dann auch schon. Naja so konnten wir wenigstens früh schlafen und fit sein für den zweiten Tag Roadtrip.

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Wo sollte man den ersten Tag des Jahres verbringen? Richtig! Am Strand 😀

Leider machte mir die Straße schwer zu schaffen sodass ich zwischendurch einfach mal mitten im Nirgendwo 3 Stunden ausstieg und die Mädels mich aufm Rückweg wieder einsammelten. Phuuu wenn ich daran denke wieviele Busfahren noch anstehen werde ich schon ganz grün.

Der 2. Januar war dafür gemacht nichts zu machen. Regen. Morgens waren wir erstmal am Flughafen das Auto zurückgeben. Der Vermieter fuhr uns dann an den Flughafen (von wo wir beschlossen in die Stadt zurück zu trampen) und erzählte uns dass er schonmal in Deutschland war nämlich in Frankfurt und „in einem Ort den aber die Deutschen nie kennen wenn ich Ihnen das erzähle: Offenburg“. Hahahah geil! Hab ihm gesagt dass das quasi „mein Block“ ist – wir haben herzlich drüber gelacht wie klein die Welt doch ist.

Am Flughafen gab es dann erstmal Mut antrinken mit Kaffee und dann traute ich mich zum ersten mal den Daumen raus zu halten (das fühlt sich total verrucht an wenn man das noch nie gemacht hat). Sofort hat ein altes Ehepaar angehalten aber leider hatten die nen anderen Weg. Bevor ich nochmal musste rief vom Parkplatz gegenüber einer aus seinem Auto ob wir in die Stadt wollen. Ein megasüßes Paar das wohl auch schon die halbe Welt bereist hat und jetzt im Süden auf der Südinsel wohnt hat uns mitgenommen. War eine supernette Fahrt.

Nach etwas Shopping (also Tina hat geshoppt und ich mich mit Tester-Cremes eingeschmiert) ging es zurück ins Hostel wo alle die gleiche Idee hatten, passend zum Wetter: Wäsche waschen 😀

Stau an der Waschmaschine und Stau am Trockner. Da man natürlich immer in der Nähe des Waschraums sein muss damit sich keiner vordrängelt saßen alle im Garten unterm Dach. So lernten wir neue Deutsche kennen (dieses Mal aber schon über 19). Irgendwie kamen alle aus den umliegenden Dörfchen von Tina (die Welt ist wirklich, wirklich wahr ein Dorf!) und sogar aus Lippstadt (wo ich ja mal tatsächlich 8 Wochen als Einwohner geführt war). Sehr lustig das Ganze. So ging die Waschwartezeit im Flug um und es ergab sich für den nächsten Tag noch eine Mitfahrgelegenheit sodass mir der Bus erspart blieb.

Der nächste und vorerst letzte gemeinsame Stopp von Tina und mir hieß jetzt Westport, an der Westküste. Ich lese ja keine Reiseführer aber habe auf der Landkarte gesehen, dass das der erste Ort ist den man von Nelson aus gut erreichen kann, der an der Westküste liegt. Weiter wollte ich einfach nicht fahren und da Tina hier auch zwei Nächte Stopp machte passte das super.

Beim Check in im Hostel schaute mich der Besitzer unglaubwürdig mit den Worten an „du bleibst hier 4 Nächte??? Was machst du?“. Daraus schloss ich dass hier nicht viel geboten war. Nach unserer ersten Stadtbegehung war dann auch klar warum er das fragte. Es ist eigentlich garnichtmal so klein aber es gibt keine Menschen. Man könnte auf den meisten Straßen 10 Minuten auf den Mittelstreifen sitzen ohne das was passiert. Aber dafür hat es hier den ersten, endlosen, breiten Strand. Also ich weiß schon was ich hier 4 Tage mache.

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  1. Januar und zum zweiten Mal im Leben (und im neuen Jahr) ist Trampen (hier nennt sich das Hitchhiken) angesagt. Wir wollten zum Cape Foulwind (wo es für Tina Seelöwen und für mich Surfer gab) aber das ist leider 15 km von Westport entfernt. Nach öffentlichen Verkehrsmitteln können wir vielleicht 2036 nochmal fragen. Bis dahin bleibt Radeln (wie immer geht es auch hier sehr bergig zu) oder eben Daumen raus. Also standen wir am Highway (hier heißt alles Highway) und hatten noch nichtmal angesetzt den Daumen hoch zu halten wo schon einer stoppt. Wir etwas ungläubig geschaut und dachten „naja der wird was im Auto suchen“ als der uns dann zuruft „hey Mädels wollt ihr zum Cape ich geb auch nen Lift“ – alles klar. Das nennt man wohl mentales Trampen 😀 Wir hatten Glück und Pete (Surfer 😉 ) fuhr erst noch mit uns zu einem gigantischen Aussichtspunkt wo er sogar mit uns ein Stückchen runter zum Meer wanderte. Neuseeländer sind einfach unfassbar nett! Danach lieferte er uns brav am Cape ab von wo wir ne Wanderroute einschlugen die wirklich superschön war! Und natürlich haben wir Seelöwen UND Surfer gesehen 😀

Auch der Rückweg war total unkompliziert. Gleich das 3. Auto stoppte und obwohl wirklich das ganze Auto voll war mit Kram fand er noch zwei freie Plätze auf der Rückbank für uns. So leicht hätte ich mir das nicht vorgestellt. Ich muss sagen, so verschlafen und einsam dieses Westport ist…ich liebe es. Aber wie könnte man auch einen Ort nicht lieben der so einen schönen Hello-Kitty-Sonnenuntergang hat?!

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Heute hieß es Abschied nehmen. Morgens gleich von Tina, denn die fuhr weiter die Westküste entlang und ich bleibe noch 2 Nächte bevor es zurück geht nach Nelson von wo aus ich in den Süden nach Dunedin fliegen werde. Und meine Zimmernachbarin aus Finnland (die angenehme 39 war….statt 19!) ist auch gegangen 😦  Dafür kommen morgen meine „Lippstädter“ zurück – man reist alleine und ist nie alleine, da ist schon was dran. Heute war einfach mal Urlaub angesagt mit einem endlosen Strandspaziergang, Musik in den Ohren und Sand zwischen den Zehen. Nachdem ich mir jetzt schnell vor dem 18-Uhr-Küchenansturm (man kann es sich nicht vorstellen was da abgeht in so ner Hostelküche) was zu Essen gemacht habe bin ich auch gestärkt für einen Sonnenuntergangsspaziergang am Strand. Muss ja meinem Motto für 2016 nachkommen:

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In diesem Sinne entlasse ich euch in den Dienstagabend (ich glaube zumindest dass heute Dienstag ist, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung) und suche noch eben ein paar schöne Fotos für euch raus (wobei die meisten noch auf der Kamera schlummern).

Liebe Grüße vom anderen Ende eure Effi!