Merry Xmas from the other side

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(Zuerst: Erika schickt euch ganz liebe Weihnachtsgrüße!!)

Pünktlich zu den Feiertagen gibt’s mal wieder was zur Unterhaltung aus der Ferne von mir!

(mein Geschenk an euch – meine könnt ihr ja bis Februar an der Seite parken 😉 )

Ich starte einfach mal mit dem Highlight der vergangenen Woche:

DIE CATLINS ! WOW!

Die Südküste der Südinsel erreicht man von Arrowtown etwa in 3 Stunden und fährt dazwischen durch zig verschiedene Landschaften (irre wie schnell das hier wechselt).

Und dann kamen wir am Kaka Point an und da war sie, meine einzig große Liebe im Leben: das MEER! (sorry Jungs!)

Aber wer so schön daliegt, dem kann man auch nicht wiederstehen:

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Die Catlins sind eine Küstenlandschaft im Südosten der neuseeländischen Südinsel und es gibt hier alles was ich zum Leben bräuchte: Traumstrände, Regenwald, Klippen, Flüsse, Seen, Wiesen in etwa 25 verschiedenen Grüntönen, Hügel, Wasserfälle, Fossilwälder, Sumpflandschaft, „Big wave surfing“, Leuchttürme, Pinguine, Seelöwen, Delphine, Kühe und Schafe in Massen (und auf deren Weideausblick kann man gerade mal extrem neidisch sein), Vögel in allen Varianten und das Beste: in der kompletten Region leben nicht mal 1300 Menschen. Man fliege mir einen Orang Utan ein, ich brauche ein Abo Ritter Sport Schokolade (schätze Post kommt hier 1mal pro Woche) und einen Olivenbaum im Garten und ich muss hier nie wieder weg!

An dem Tag haben wir über 700km zurückgelegt (Danke Christina, vor allem am Ende mit Sturm und Regen wäre beamen dann doch die Rettung gewesen). Dieses Mal hat es auch das Universum seeeehr gut mit uns gemeint und wir haben ein Traumwetter bekommen. Dazu kam, dass wir zufälligerweise pünktlich zur Ebbe an den Cathedral Caves ankamen. Zuerst geht es etwas 1km durch den Tropenwald über Privatgrund nach unten zum Strand und dort dann ein Stück durchs Wasser zur Höhle (bei Flut ist alles gesperrt und ich glaube da drinnen will ich auch auf keinen Fall sein wenn die Wellen höher werden). Urgs! Aber der Weg hat sich gelohnt:

Würde ich zum Sightseeing mal meine Brille aufsetzen würde ich auch nicht erst beim Davorstehen sehen was da so am Strand rumliegt 🙂 Ich dachte nur „was fotografiert Christina denn angeschwemmtes Holz“ bis auf einmal die Flosse hochgeht und sich der Seelöwe selbst den Rücken mit Sand paniert hat. Kurz mal überlegt umzudrehen, denn diese Tiere wiegen nicht nur um die 300 kg neee, tatsächlich können die auch Gas geben wenn sie kein Bock auf Besucher haben und ob ich jetzt unbedingt scharf drauf bin vom einem Seelöwen übern Strand gejagt zu werden?!?!

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Am Ende unserer Catlins-Tour haben uns dann tatsächlich Pinguine verabschiedet, gefolgt von einem Unwetter das mit Starten des Motors losging und uns tatsächlich bis zurück nach Queenstown begleitete. Das nenne ich timing 😉

Ach so es gab noch ein anderes Highlight, seit ich euch das letzte Mal beehrt habe 😉 (wenn nicht in Neuseeland wo dann? – immerhin kann ich mir hier sicher sein, dass das mit den Bedeutungen der polynesischen Zeichen auch hinkommt)

Weihnachten auf der anderen Seite der Welt

Wie in vielen Ländern der Welt wird auch hier Weihnachten am 25.12. gefeiert. Da es hier auf den Sommer fällt geht man in den Garten, zum Fluss, zum See, zum Strand….wohin auch immer, und schmeißt den Grill an. Ich glaube in Deutschland wäre das dieses Jahr auch ne Option gewesen?! 😉

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Wir haben am 24. abends gefeiert mit BBQ im Garten bei Tinas Freunden. Ein großer Tisch an dem sich 5 Nationen und 2 Hunde versammelt haben und sich größten Teils beim Essen kennengelernt haben. Die Holidayworker vom Cafe waren da (die zum Teil auch dort im Haus oder im Van im Garten wohnen), Gäste vom B&B, die gerade angekommen sind und wir. Warum ist es an so vielen Orten auf der Welt normal Fremde in sein Leben zu lassen? Ich würde mich an Heilig Abend nicht mal trauen irgendwo noch schnell unangemeldet zu klingeln, um ein Geschenk ab zu geben und hier „holt nochmal jemand schnell 4 Teller da kommen noch welche“ – top! Das ist etwas was mir besonders auffällt: die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen die hier leben (nicht nur Kiwis sondern auch diejenige, die Neuseeland zu ihrer Wahlheimat gemacht haben leben das). Vorgestern war ich „im Dorf“ unterwegs und da standen zwei Touris an einer Kreuzung mit ner Landkarte. Ein Kiwi ist auf sie zugelaufen, legt ne Vollbremsung ein und fragt „kann ich euch helfen?“. Die (deutschen!) Touris waren erst mal kurz überrasch. Das ist doch eigentlich traurig, dass es „uns“ erstmal die Sprache verschlägt wenn jemand freundlich zu uns ist. Bei uns ist das „die Ausnahme“ wenn man von Fremden angesprochen, gegrüßt, angelächelt wird – an so vielen Orten der Welt ist es die Norm! Auch, dass die Verkäuferin „noch einen schönen Tag Schätzchen“ wünscht (ok das liebe ich ja in Spanien die machen sowas auch) und jeden fragt wie es geht (Floskel aber eben eine nette Floskel). Vielleicht gibt es ja Hoffnung für uns denn die vielen, vielen Holidayworker die hier unterwegs sind kommen ja alle nach einem Jahr wieder zurück nach Deutschland (naja ein Teil wird wohl auch hier bleiben) und vielleicht nehmen sie diese Eigenschaft ja mit nach Hause. Vielleicht wird einer von ihnen Busfahrer und (wie es mir letzte Woche passiert ist) hält mal kurz an, dreht sich zu den Fahrgästen und fragt in die Runde „ist die Temperatur für alle ok? Fühlen sich alle gut?“.

In diesem Sinne, meine Lieben (!), wünsche ich euch besinnliche Feiertage, denkt daran keine Wäsche zwischen den Jahren zu waschen (was hat es damit eigentlich auf sich – und was passiert mir jetzt wo ich das heute getan habe – aber hey probiert mal ne Woche nicht zu waschen mit 6 Unterhosen im Gepäck *hahaha* ?!?!?!?) und lasst das Jahr gemütlich ausklingen – vielleicht mit ein paar Vorsätzen was die Offenheit und Freundlichkeit gegenüber Fremden betrifft? (das mit dem Abnehmen und gesund ernähren wird eh nix, das nehmen wir uns alle ja jedes Jahr vor also lassen wir das doch einfach endlich sein).

Ich genieße jetzt meine letzten Tage hier in Arrowtown bevor ich Sonntag dann in den Nachtbus nach Christchurch steige (den ich hoffentlich nicht vollko…. bei all den Kurven und Schotterstraßen) und meine „Silvestertour“ beginne. Schön zu wissen, dass ich aber nochmal 4 Tage hierher zurück komme im Januar, denn ich werde dieses Gilmore-Girl-Städtchen wirklich vermissen!

Frohe Weihnachten – Eure Effi

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