Der Anfang ist gemacht…

Donnerstag, Tag 7

Heute ging es raus aus Auckland und rein ins richtige Neuseeland. Wenn man bedenkt, dass knapp 2/3 aller Inselbewohner in Auckland sind, dann kann man sich vorstellen, dass es ab heute etwas einsam werden könnte – jipppiii!

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Auf den Highway 1 gen Norden. Bay of Island heißt das erste Ziel und dank meiner Mitfahrgelegenheit wurde mein Rücken weiterhin von dem Gremlin verschont. Klingt komisch, wenn man bedenkt, dass ich seit nun quasi 8 Tagen auf Backpackertour bin und noch kein einziges Mal den Rucksack auf dem Rücken hatte 😀 Aber ich brenne auch nicht drauf, da ich beim Probetragen zu Hause schon ins Wanken kam.

Je weiter man aus Auckland raus fährt desto menschenleerer und grüner wird es. Schwarze Kühe mit weißem Kopf (wozu ich anmerken muss, dass die wesentlich schlanker sind als die bayrischen Modelle), zierliche Schafe (ebenfalls mit athletischer Figur) und dazwischen Pferde. Rosamunde Pilcher würde sich bei diesem Anblick direkt hinsetzen und drauf losschreiben.

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Kurzer Stopp beim Wasserfall (wie auch immer der hieß), Tour am Beach entlang und dann abends in Paihia angekommen. Die Lodge gleicht mal wieder einem deutsch-französischen Ferienlager, aber das Bett ist bequem, das Bad sauber (also für meine neusten Ansprüche zumindest) und die Lage zentral. Wenn jetzt noch das Wetter mitspielt kann ich nicht klagen 😉

Ein HALLO von Erika!

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Freitag, Tag 8

Auch wenn es schwer nach Regen aussah haben wir uns davon nicht abhalten lassen und sind losgestartet ans Ende der Welt (oder mal zumindest von Neuseeland). Auf dem Plan hatten wir Cape Reinga, 90-Mile-Beach und den Surferort Ahipara.

Je höher man kommt desto weniger Gegenverkehr (oder auch Mitverkehr) gibt es. Also eine Panne wollte ich hier nicht haben denn ohne Netz, im Palmen-Farn-Tannenwald gefangen…nicht so ne tolle Vorstellung…aber idyllisch.

Ich hatte (mal wieder) Glück, denn obwohl kein Surfwetter war hat einer sich rausgetraut und ist mir, in meiner Lieblingspose, vor die Kamera gelaufen. Als hätte ich es bestellt.

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Nachdem über dem Cape Reinga noch graue Wolken hingen und ich mir nur dachte „hä?! Da gibt’s ja gar keinen Leuchtturm“ drückte auf einmal jemand nen Knopf und die Sonne ging an. Für ziemlich genau 15 Minuten (bestellt!?).

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Nach einem kurzen Spaziergang über die Monsterdünen und einem Stopp am 90-Mile Beach im Süden ging es über die Bergstraße des Highway 1 (in etwa die Schwarzwaldhochstraße von Neuseeland….mit Farnen statt Tannen…..also hier dann eher die Farnwaldhochstraße) zurück nach Paihia. Eines stimmt wohl: in Neuseeland braucht man für 300 km schon mal nen kompletten Tag (und nen guten Magen bei dem Gekurve).

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Zum Thema Farn noch eine Anmerkung: die verkleiden sich gerne als Palme und erst bei näherer Begutachtung fällt (am Stamm) auf, dass es eine der knapp 200 heimischen Farnarten ist.

Samstag, Tag 9

Flipper ahoi!

Eine Bootsfahrt die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist…..in unserem Falle: nass. Und zwar von oben. Aber: the show must go on! Natürlich wäre die Bay of Island wunderschön zu fotografieren gewesen mit ihrem klaren Wasser, den grünen Buchten und und und. Aber das Wetter ist nunmal kein Wunschkonzert und so hatten wir die mystic-edition 😉

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Aber da die Delfine auch keinen Wert darauf legen ob das Wasser von oben oder unten kommt, haben immerhin die uns nicht im Stich gelassen:

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Zurück an Land wurde auch gleich das Wetter besser und die letzten Stunden in der Bay konnten genutzt werden.

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Sonntag, Tag 10 – back to Auckland

Nachdem wir noch einen Stopp bei einem der größten Kauri-Bäume eingelegt hatten, ging es zurück nach Auckland.

Angekommen im Verandahs Backpackers (fühlte sich tatsächlich an wie „heimkommen“) lernte ich gleich meine neue Zimmerkollegen kennen. Einer davon, ein sehr hyperaktiver Engländer, organisierte sofort unser Abendprogramm und so ging es zum Karaoke in eine chinesische Karaoke- Bar. Alle sagten „aber ich singe nicht“ und bei den ersten Klängen von Bon Jovi „It’s my life“ sangen natürlich alle lauthals mit (ok wir hatten auch einen Privatraum gemietet, da waren wir ja unter uns…auch wenn wir uns quasi nicht kannten). Unfassbar lustig, schade dass wir Deutschen immer so verklemmt sind und solche spaßigen Dinge nicht auch tun.

Montag, Tag 11

So, jetzt bin ich up to date, denn ich sitze hier gerade in meinem Lieblingscafe in Auckland und bin am Schreiben

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Heute ist Faulsein angesagt nach all dem Sightseeing 😀 Außer dass ich schon zweimal zur Post gewandert bin, um mich schonmal etwas Gepäck zu entledigen, habe ich heute noch nichts geleistet (muss ja auch mal sein im Urlaub).

Kurzerhand habe ich einen Flug auf die Südinsel gebucht, wo mich Christina in Queenstown erwartet. Ich freue mich auf Kiwi-Real-Life-Experience, denn für das Touristenleben bin ich nicht geboren (und auch das Backpacker-Ferienlager-Leben ist nicht so ganz mein Ding, bzw. muss ich da vielleicht echt erst langsam reinwachsen). Es ist komisch, ich bin jetzt über eine Woche in Neuseeland aber irgendwie noch nicht wirklich angekommen. So lange hat das Ankommen noch nie irgendwo gedauert. Es ist so ne Mischung aus USA und England, dazu etwas Irland, ein Hauch Spanien….aber eben noch nichts wirklich greifbar „eigenes“ für mich, was es zu Neuseeland macht. Vielleicht kommt das aber jetzt mit dem Inselwechsel, dem Umfeldwechsel und wohl auch dem Klimawechsel (mich erwarten knapp 30 Grad ab morgen). Aber es geht mir gut, ich habe bisher nur nette Leute getroffen, schöne Dinge gesehen und bin froh hier zu sein (was mein Bänker bei der nächsten Kreditkartenabrechnung sicherlich anders sehen wird).

Jetzt lehne ich mich hier mal zurück und genieße mein Glas Wein, dass mir eben der nette Kellner ausgegeben hat (ich hoffe ich finde dann nochmal zurück ins Hostel).

Abschließende Grüße von der Nordinsel – eure Effi