Vom Jetlag, den Anfängen und der Planlosigkeit

Ich habe euch warten lassen – lange warten lassen – aber es musste ja auch erstmal was passieren hier 😉

Die Flüge waren problemlos, weitestgehend bequem und ohne große Turbulenzen. Der Flug Frankfurt-Shanghai im Airbus 380 ist natürlich nicht zu toppen. Viel Platz, viel Ruhe, viel Unterhaltung im Bordprogramm – also, bis auf das chinesische Frühstück (Nudeln mit Schweinehack um 6:30 Uhr) alles ein Träumchen!

Ab Shanghai war es dann etwas eng (zumal die Chinesen sich ja vor Körperkontakt auch nicht scheuen) und das Essen wurde richtig grenzwertig – so habe ich geschlafen. Das Highlight des Fluges war definitiv das Safety-Video der All Blacks, was mir sofort gezeigt hat „du bist auf dem richtigen Weg, die haben Humor“.

https://www.youtube.com/watch?v=ji65WI5QLZI

Der Rucksack kam unbeschadet an, ich durfte ohne Probleme einreisen (was nicht jeder schafft – ein Apfel im Handgepäck führt hier schonmal schnell zu ner Menge Ärger/ 400$ Strafe) und zum Hostel habe ich mir dann einen Shuttle geleistet (meine „Reise in Armut habe ich auf den 2. Tag vertagt).

Im Hostel angekommen bin ich direkt auf der Couch im Wartebereich eingeschlafen und habe mich dann, nachdem ich das Zimmer bekommen hatte, gezwungen das Bett erst garnicht an zu schauen. Stattdessen die Stadt erkunden. Wohin der direkte Weg führte dürfte wohl klar sein oder:

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So, Nummer eins auf meiner „muss-ich-unbedingt-sehen-Liste“ war geschafft und somit konnte der Regen beginnen (was er auch tat). Tag eins endete um 17 Uhr ohnmächtig im Bett und somit hätte Tag 2 dann um 8 Uhr am Sonntagmorgen fit losgehen können. Aber ich war nicht fit. Ich hatte eine Jetlag-Depression (man muss hier ja auch mal das weniger Schöne erwähnen). Ich starrte an die Decke und dachte mir „Steffi, jetzt biste um die halbe Welt geflogen und was machste da jetzt die nächsten 3 Monate?!“. Die einzige Antwort darauf war ein knurrender Magen. Also aufraffen und Nahrungssuche aufnehmen. War auch nicht so einfach wie gedacht denn außer dass es an jeder Ecke von so kleinen China-Märkten wimmelt die unfassbar teuer sind, war da nichts in Sicht. Von Minute zu Minute fiel meine Stimmung immer mehr den Keller und hätte mir nicht ein Croissant und ein Cafe Erste Hilfe geleistet wäre ich sicherlich heulend am Straßenrand gesessen. Erste Hürde gemeistert, Bauch voll, Blutzucker hoch, Stimmung wieder gut.

Zurück im Hostel traute ich mich dann in die Küche (wenn man zum ersten Mal alleine unterwegs ist und in ein Hostel kommt dann kostet das schon etwas Überwindung denn schließlich sitzen da ja schon alle und kennen sich – ist als würde man nen Tag zu spät im Ferienlager anreisen). An der Mikrowelle habe ich dann Tina kennengelernt – auch erst eingecheckt, auch eine Jetlagdepression am Start und auch vor 1990 geboren – sympathisch! J

Ab jetzt ging es bergauf. Nachdem ich nachmittags noch eine Mission-Bay Tour mit privatem Guide aus Bad Peterstal hatte (nochmal danke Bretzi für den Kontakt), die ersten Sonnenstrahlen aufsaugen konnte (Grüße in den Schnee nach Hause) und die ersten sozialen Kontakte geknüpft waren war ich angekommen.

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Den Montag verbrachte ich, nach meinem Wechsel vom Einzel- ins Vierbettzimmer da ich verlängert habe (und wo schon Tina lag) mit einer Monstertour (zu Fuß) durch Auckland. Hoch auf den Mt. Eden (was einst ein Vulkan war), quer durch die superschönen Wohnviertel (jetzt ist mein Traum definitiv ein weißes Haus mit Veranda und Hollywoodschaukel) und runter ans Meer auf den Hobson Bay Walkway. Klingt nach einem Spaziergang am Wasser aber tatsächlich war es teilweise eine Klettertour über Bäume auf der mir tatsächlich keine Menschenseele begegnet ist. Traumhaft!

Der Rückweg ging weiter ins Hafenviertel wo ich diese gut 15-km-Tour mit Tina, einem Eis und Blick auf den Hafen beendete. Am Abend wurde gekocht, gegessen und dabei stellten wir fest, dass alle am Tisch planlos sind wie und wohin ihre Reise verlaufen soll (na Gott sei Dank bin ich mal nicht die Einzige ohne Plan). Um der Sache einen Eckpunkt zu verleihen (und uns zumindest für Silvester ein Dach überm Kopf zu sichern) haben wir Mädels für 4 Nächte 3 Betten in Nelson auf der Südinsel gebucht. Sprich jeder macht jetzt mal irgendwas und spätestens dort treffen wir uns wieder (und ja Tina, DU fährst Kajak während ich dich auf den Standup-Paddle überhole – das ist der Plan) 😀

 

Tag 4 (Dienstag)

 Heute kam mein „Flugbegleiter“ vom Frankfurt-Shanghai Flug hier im Hostel an (witzig, wenn man bedenkt wie viele Hostels diese Stadt hat). Da ab Mittwoch eher schlechtes Wetter gemeldet war musste der Tag genutzt werden. Es ging an meinen heiß ersehnten Strand nach Piha. Seit ich weiß dass ich nach Neuseeland fliege war dieser Strand DAS Ziel und ich habe mich verrückt-gegooglet wie man da hinkommt mit dem Ergebnis: ohne Auto keine Chance. Und dann kam Chris, mit Auto, und hat Tina, Marc (aus Österreich) und mit mitgenommen. Es hat sich absolut gelohnt an dieser Idee so festzuhalten:

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Auf dem Rückweg haben wir noch eine kleine Abenteuerwanderung zu den Fairy Falls gemacht was auch superschön war. So viel Grün und so viel Gezwitscher – da fühlt man sich glatt wie Alice im Wunderland. Zur Belohnung für die gefühlten 1000 Treppenstufen bergab- und bergauf gab es ein Festmahl 😀

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Mittwoch, Tag 5 – und noch immer in Auckland. Irgendwie komme ich nicht vom Fleck. Doch heute habe ich es nen Kilometer weiter geschafft denn ich musste das Hostel wechseln da das andere voll war. Jepp, da habe ich dann mal gesehen wie eine Backpackerunterkunft auch sein kann *eckel*. Immerhin nur ein 4-Bett-Zimmer (alternativ gab es in einer besseren Lodge ein 12-er aber so weit bin ich noch nicht). Für heute war Regen gemeldet und somit stand nichts auf dem Plan. Der Regen blieb aus und so änderten wir den Plan 😉 Für den letzten Abend in Auckland bot sich die Fähre nach Devonport an um nochmal den herrlichen Blick über die Skyline der Stadt zu haben. Würde sagen: hat funktionert 😀

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Nach einem Burger mit „grass fed beef“ trennten sich unsere Wege und mich erwartete ein Saunazimmer mit Käsefussaroma welches dann von der „Hausherrin“ (ich glaube die lebt seit Monaten in diesem Zimmer) noch mit einem Räucherstäbchen untermalt wurde. Eine Ohnmacht setzte ein und ich bin eben um 7 Uhr wohlbehalten erwacht 😉

Nun nutze ich die Morgenstund und das free Wi-Fi um euch dieses Update zu schicken und dann startet heute auch tatsächlich die Reise nach Neuseeland (denn es gibt Auckland und es gibt Neuseeland), die Reise in die Armut (in Auckland war mein Tagesbudget weit über dem Doppelten als geplant) und vielleicht endet somit auch die Planlosigkeit. Zumindest habe ich das große Glück dass mein Flugbegleiter mich heute im Mietwagen mitnimmt (in Anbetracht der Tatsache dass an meinem Rucksack außen so viele Dinge hängen dass ich aussehe als würde ich unter der Brücke wohnen bin ich dankbar dass ich erstmal noch vom Busfahren verschont bleibe). Paihia ruft, in der Bay of Island – es geht endlich ans Meer 😀

 

Fazit:

Die Kiwis sind unglaublich freundlich und haben einen tollen Humor, es gibt hunderte Varianten von Grün, überall (und noch bin ich in der Stadt) zwitschern wild die Vögel, in der Luft ist immer eine Fliedernote (die manchmal leider dem Asia-Food-Geruch Platz machen muss), kaum ein Haus was keine Veranda hat, im Park wird zu jeder Zeit Sport gemacht (überhaupt sind hier alle sehr aktiv unterwegs), Backpacker lernt man am besten in der Küche kennen was dazu führt dass man alleine reist und doch nie alleine ist 😉

 PS: So schaut übrigens ein Backpacker-Kühlschrank aus 😀

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